Wollen Patienten, die von einem fehlerhaften Medizinprodukt betroffen sind, ihre Rechte gerichtlich einklagen, treffen sie oft auf unüberwindliche Schwierigkeiten. Auf der Seite „Meine Rechte“ können Betroffene ihre Erfahrungen austauschen, diskutieren und sich gegenseitig unterstützen.

16 Kommentare
  1. Helmut Wxxx
    Helmut Wxxx sagte:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    auch ich gehöre zu den „De Puy“ Geschädigten und habe die Prothese zu einem Zeitpunkt bekommen, als der Hersteller schon wusste, dass das Produkt fehlerhaft ist.
    Nach Recherchen im Internet bin ich auf Ihre Selbsthilfegruppe aufmerksam geworden und möchte mein Anliegen schildern.

    Am 15.10.2008 wurde mir im Bethlehem Krankenhaus (Stolberg/Rheinland) eine ASR-Prothese der Fa. DePuy, eingesetzt.
    Mit starken Hüftschmerzen wurde ich am 21.10. 2017 ins St.-Antonius-Krankenhaus in 52249 Eschweiler eingeliefert. Dort wurde ein Protheseninfekt ( Staphylococcus lugdonensis) an der rechten Hüfte mit erhöhten Blut-Chrom- und Kobalt-Konzentrationen festgestellt.
    (69,10ug/l größer 1,0 und 151,4 ug/l größer 0,9).
    Prof. Dr. Thomas Kraus, Umweltmediziner im Aachener Klinikum untersucht mich hinsichtlich der erhöhten Chrom-und Kobalt-Konzentrationen bis zum heutigen Tag regelmäßig.

    Der Ausbau der ASR-Prothese der Fa. DePuy erfolgte am 25.10.2017. Es wurde mir ein Spacer eingesetzt. Der Einbau einer neuen Prothese und Ausbau des Spacers erfolgte am 25.01.2018.
    In diesen 3 Monaten war ich nicht mobil und auf einen Rollstuhl angewiesen.

    Meine Fragen sind:
    Stimmt es, dass eine Musterfeststellungs- oder Sammelklage im Jahre 2018 eingerichtet wurde?
    Welche vertrauten Anwälte sind Ihnen in NRW für meinen geschilderten Fall bekannt?
    Ich bitte um Aufklärung und Hilfe.

    Mit freundlichen Grüßen
    Helmut Wxxx

    Antworten
    • admin
      admin sagte:

      Lieber Helmut Wxxx,

      Eine Sammelklage wie in den USA gibt es in Deutschland nicht. Die Möglichkeiten einer Musterfeststellungsklage haben wir für die Patienten einer Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese der Firma Zimmer-Biomet abgeklärt und verworfen, da bereits mehrere Urteile des Landgerichts Freiburg zu Gunsten von betroffenen Patienten vorliegen, in welchen die grundsätzliche Fehlerhaftigkeit der Durom-Prothese festgestellt wird.
      DePuy hatte für das ASR-Prothesenmodell 2010 einen Rückruf veröffentlicht und angeboten, betroffene Patienten zu entschädigen. Dies ist teilweise erfolgt. Ob in Ihrem Fall noch Ansprüche bestehen, müssten Sie abklären lassen. Gegebenenfalls vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch mit einem Fachanwalt für Medizinrecht. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.durom-hueftprobleme.de/meine-rechte/recht-bekommen/anmelden-von-anspruchen-fur-depuy-patienten#more-1425

      Herzliche Grüße und alles Gute

      Hanspeter Hauke
      SHG Durom-Metasul-LDH-Hüftprothesen e.V.

      Antworten
    • Hanspeter Hauke
      Hanspeter Hauke sagte:

      Lieber Helmut,

      die Möglichkeit von Sammelklagen gibt es im Moment (noch) nicht in Deutschland. Und die Musterfeststellungsklage wurde erst im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal eingeführt. DePuy hatte 2010 das ASR Prothesenmodell vom Markt genommen und angekündigt, betroffene Patienten zu entschädigen. Informationen zur Verwendung der ASR Prothese auch nach Bekanntwerden der Probleme sind auf dieser Homepage (https://durom-hueftprobleme.de/medien/fernsehen/profit-vor-patientenschutz) zu finden.
      Zur Klärung eventueller rechtlicher Möglichkeiten sollten Sie sich von einem Fachanwalt für Medizinrecht beraten lassen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung: Hauke@durom-hueftprobleme.de

      Herzliche Grüße

      Hanspeter

      Antworten
  2. Michael Nxxx
    Michael Nxxx sagte:

    last uns doch endlich vor der Firma zimmer in Freiburg täglich Demos veranstalten, die dann überall in der presse erscheinen werden .das hilft ganz sicher. vor was habt ihr alle angst.bei diesen Gerichtsverfahren kommt doch nichts heraus.bitte MELDEN bei
    Butz 1900@gmx.de

    Antworten
    • Friedrich
      Friedrich sagte:

      Jetzt gibt es jede Menge Urteile gegen Zimmer. Die DUROM Prothese ist fehlerhaft stellt das Gericht fest. Doch die Patienten haben noch keinen Cent gesehen. Wahrscheinlich muss man erst vor der Firma in Merzhausen randalieren bevor Zimmer einräumt, dass sie Scheisse gebaut haben.
      Frieder

      Antworten
  3. michael nxxx
    michael nxxx sagte:

    Akteneintrag bei der Fa. Zimmer: Wir schreiben das Jahr 2030. Mit unseren Anwälten sitzen wir in den Geschäftsräumen der Fa. Zimmer und köpfen gerade die 2. Flasche Champagner! Es ist ein großartiger Tag für unsere Firma, denn gerade haben wir erfahren, dass der letzte Patient, der unser fehlerhaftes Durom-Metasul-Hüftimplantat erhielt, verstorben ist. Wie sagte doch schon der Altbundeskanzler Kohl so schön? Man muss die Probleme einfach aussitzen! *Ironie aus*

    Liebe Mit-Leidenden, es kann doch nicht sein, dass wir uns untätig unserem Schicksal ergeben und warten, warten, warten. Wann endlich machen wir, die Leidtragenden, mobil und statten der Fa. Zimmer zusammen mit TV-Südbaden und der Badischen Zeitung einen Besuch ab? Was haben wir denn noch zu verlieren? Nichts, außer unserem Stolz, aber nur, wenn wir uns alles gefallen lassen! Deshalb rufe ich alle, die sich trauen, zu einer Demonstration auf, und zwar so lange, bis wir endlich entschädigt werden. Ich gehe sogar noch weiter und spiele mit dem Gedanken, auch vor das Regierungspräsidium zu ziehen; denn dort sitzen die Schuldigen ebenfalls. Würden die den Mumm haben und die Fa. Zimmer dazu auffordern, das Produkt vom Markt zu nehmen, wäre der Weg zur Entschädigung frei. Jeder, der meiner Meinung ist, darf sich gerne bei mir melden (butz1900@gmx.de). Ich hatte diesen Vorschlag bereits aus einer Mitgliederversammlung gemacht und wurde leider dafür ausgelacht! Es wäre schön, wenn sich doch einige Gleichgesinnte finden würden.
    Michael Nostadt

    Antworten
  4. Flick
    Flick sagte:

    Kann mir jemand einen guten Anwalt zum Thema Depuy Hüfte und Kobaltabrieb nennen.Wer hat erfahrung damit? Freu mich über eine Mail.

    Antworten
    • Tom B****
      Tom B**** sagte:

      An Flick und andere Betroffene,die es betrifft:
      Zumeist werden wohl die Schadenersatzansprüche in Deutschland geltend gemacht. Man kann als Deutscher Schadenersatzansprüche gegen DePuy auch in den USA geltend machen. Es gibt eine deutsch-amerikanische Kanzlei, die gegen DePuy vorgeht. In den USA zahlt DePuy üblicherweise wesentlich mehr an Schadenersatz, die Rede ist wohl von bis zu US$250.000 pro Fall allein bei Vergleich. Bei Urteil kann es auch wesentlich mehr sein. Hier mehr dazu unter:
      http://www.urbanthier.de/depuy-rueckrufaktion.html

      Antworten
    • Hxxx
      Hxxx sagte:

      Hallo,

      eine Liste mit Fachanwälten für Medizinrecht gibt es bei der jeweiligen Anwaltskammer. Eventuell schreiben Sie einfach ein Mail an die Selbsthilfegruppe.
      Herzliche Grüße

      Hp

      Antworten
  5. Klaus Pxxx
    Klaus Pxxx sagte:

    Hallo, mir wurde die problematische Hüft-TEP vor genau 7 Jahren implantiert, sie wurde zementiert. Ich habe seither keinerlei Probleme damit gehabt – weder beim Wandern noch bei anderen spotlichen Aktivitäten (Bergsteigen, Radfahren etc – ich schone mich nicht). Meine Cobalt- und Chromwerte liegen sehr niedrig und sind konstant. Die Röntgenbilder sind normal, auch bei radiologischer Gegenbefundung.
    Vermutlich habe ich seit der Implantation aufgrund meiner Beschwerdefreiheit sämtliche Einspruchs- und Verjährungsfristen verstreichen lassen. Was raten Sie mir?
    Herzliche Grüße, Klaus Pxxx.

    Antworten
  6. Margot Nxxx
    Margot Nxxx sagte:

    Liebe Leidensgenossen,

    da ich indirekt von dem ganzen Drama betroffen bin (mein Mann ist der eigentliche Leidensgenosse) möchte ich mich heute mit einem dringenden Appell an alle, die sich nicht länger hinhalten lassen möchten. Erst vor etwa drei Tagen kam ein junger Mann mit einem Mann ins Gespräch bzgl. des Problems. Seine Antwort war: “Ihr müsst eine Demo organisieren, nur so könnt ihr was bewegen.” Und er hat Recht! Ich rufe deshalb alle auf, die nicht untätig ihrer Dinge harren möchten, sich über diese Seite mit uns in Verbindung zu setzen. Selbst bei einem Misserfolg kann man sagen, WIR haben was getan und haben uns nicht auf die Schlachtbank führen lassen. Was können Sie denn verlieren? Nichts!
    Über eine Rückmeldung würden wir uns freuen.
    Herzliche Grüße
    M. N.

    Antworten
  7. michael nxxx
    michael nxxx sagte:

    hallo an alle leidensgenossen.
    wieder geht ein jahr vorbei und noch immer tut sich nichts.hier nocheinmal mein vorschlag.protest,und das 4 wochen lang täglich vor der zimmer niederlassung in freiburg, nach vorheriger info an alle medien.

    ich bin absolut sicher das nur eine schlechte presse bewegung in die ganze sache bringt.

    mit schmerzlichen grüßen
    michael nxxx

    Antworten
  8. michael nxxx
    michael nxxx sagte:

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Angelegenheit “ausgessen” werden soll! Es geht einfach nicht voran. Nichts passiert. Ich glaube es gibt nur eine Möglichkeit, die ich auch schon dem Vorstand vorgeschlagen habe. Bis Heute habe ich aber nichts gehört. Vielleicht ist mein Vorschlag nicht seriös genug. Ich glaube, dass nur tagelange Proteste vor der Zentrale der Fa. Zimmer in Freiburg diese zu einer außergerichtlichen Einigung bewegen kann. Man müßte im Vorfeld der Demos alle Medien informieren, denn eine negative tagelange Presse ist das Einzige, was diese Firma nicht gebrauchen kann. Auf gehts, lasst es uns versuchen!

    Kontaktaufnahme:bxxx.de

    Antworten
  9. Biexxx
    Biexxx sagte:

    Hallo!
    Habe seit 2004 die DUROM Großkopfprothese und bei jeder Untersuchung wird mir gesagt dass alles bestens sitzt aber eine leichte Osteolyse vorliegt. Von Anfang an habe ich das Gefühl einen Fremdkörper im Körper zu haben , habe nie erreicht wieder joggen zu können, häufig Schmerzen vom Iliosakralgelenk ausgehend verbunden mit Muskelverspannungen Gesäß- und Oberschenkelvorderseite, war jahrelang bei Krankengymastik kam aber nichtwirklch weiter. Mache seit August regelmäßig Krafttraining und mein Gangbild hat sich deutlich verbessert, nicht aber die Schmerzen, an manchen Tagen permanent (Schmerzgedächtnis?) manchmal, bei Wärme bzw. Im Sommer wenn ich viel schwimme gar nicht da sind
    Würde gerne wissen ob ich für das Schreiben zur Einhaltung der Drei-Jahresfrist unbedingt einen Rechtsanwalt brauche, oder ob ich auch einfach nur ankündigen kann, dass falls ich eine Revision der Hüfte benötige Schadensersatzansprüche über einen Rechtsanwat anmelde.
    Ich weiß gar nicht ob ich hier auf dieser Seite mit meinen Fragen Erfolg Au ein Antort habe,das Lrettokrankenhaus hat mich an die Selbsthilfegruppe verwiesen bzw an den Pressesprecher.
    Mit freundlichen Grüßen Petra Biexxx

    Antworten
  10. admin
    admin sagte:

    Als Antwort auf Johannes Kxxx.
    Lieber Herr Kxxx,

    Informationen und Hinweise finden Sie auf unserer homepage unter: Anwälte

    Mit herzlichen Grüßen

    Hanspeter Hauke
    Vorsitzender Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese e.V.

    Antworten
  11. Johannes Kxxx
    Johannes Kxxx sagte:

    Hallo Selbsthilfegruppe!

    Ich habe im Dez. 05 die Durom Hüfte im Loretto eingesetzt bekommen. Ich muß alle 6 Monat zum Röntgen, habe auch entsprechenden Befund, der aber noch nicht zwingend ist zum Reoperieren.

    Ich bitte um Information und Nachrichten. Mit welchen Rechtsanwälten arbeitet die Gruppe zusammen um Ansprüche anzumelden?

    Antworten

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Badische Zeitung vom 01.06.2011

Freiburger Wochenbericht vom 01.06.2011

Kommentare zum Artikel in der Badischen Zeitung vom 01.06.2011:

Manfred Zorn 31. Mai 2011 – 20:45 Uhr
Da kann einem schon Angst und Bange werden! Fassen wir zusammen: Sündhaft teure Medizintechnik kommt mit einer „schwachsinnigen“ Anleitung daher, also etwa so wie der 14,99 Euro Radiowecker vom Discounter. Was macht der Arzt? Er kann damit nichts anfangen, setzt sie aber trotzdem aufs Geratewohl ein, anstatt beim Hersteller zu protestieren. Der Patient ist der Dumme, die Schuldigen – Arzt UND Hersteller – stehlen sich aus der Verantwortung. Einen furchtbaren Medizinbetrieb haben wir in diesem Land!

Joachim Rosenstock 1. Mai 2011 – 20:50 Uhr
@Manfred Zorn
Einen wichtigen Mitspieler haben Sie noch vergessen – den Richter!
Der sagt gleich, kein Urteil in Aussicht und den Rest klärt die biologische Uhr??!!

Oliver Rosenstock 31. Mai 2011 – 21:16 Uhr
Da dürfte sich manch einer an die Sulzer Medica Unternehmensgeschichte, also die heutige Zimmer, erinnert fühlen; hat man doch bereits in 2002 USD 725 Mio. in den USA für eine Vergleich wegen fehlerhafte Gelenkimplantate gezahlt.

Michael Kühner 31. Mai 2011 – 21:17 Uhr
Was treibt unsere Verbraucherschutzministerin eigentlich den ganzen Tag?
Oder anders herum gefragt: Habe ich die ganzen Jahre Verbraucherschutzministerium falsch verstanden und es ist ein Ministerium, das VOR den Verbrauchern schützt, nicht selbige selbst wie ich angenommen hatte?

Heinz Meister 31. Mai 2011 – 21:34 Uhr
Ich finde das Verhalten des Richters, so wie’s hier geschildert ist, skandalös und unakzeptabel.
Andererseits frage ich mich, warum nicht eine Stiftung der Frau finanzielle Sicherheit hinsichtlich der Prozeß- und Gutachterkosten gewährleisten kann?! Handelt sich’s bei der Klägerin um eine Freiburger Bürgerin, so sähe ich die Stiftungsverwaltung an erster Stelle gefordert. Es gibt aber auch noch andere Stiftungen, die sich den Bedürftigen kraft ihrer Satzung verpflichtet sehen (müssen). Nicht zuletzt sind die Krankenkassen gefragt und gefordert, die bestmögliche Nachfolgebehandlungen gewährleisten müssten.

Nikolaj Blasi 01. Juni 2011 – 02:23 Uhr
ähnlich gelagerter fall wie gestern mit der antibabypille:
der „otto-normal-bürger“ (falls es den überhaupt gibt?!), zieht sowieso immer den kürzeren. ich wünsche der klägerin viel durchhaltevermögen und glück. möge doch eines tages die gerechtigkeit siegen.

Manfred Zorn 01. Juni 2011 – 08:53 Uhr
@ Nikolaj Blasi: „ähnlich gelagerter fall wie gestern mit der antibabypille“
Nein, das ist ganz sicher KEIN ähnlich gelagerter Fall!! Jeder medizinische Laie weiß, daß „die Pille“ die Gefahr von Thrombosenbildung als Nebenwirkung ausdrücklich auflistet. Da wird eine Risikoabwägung durchgeführt; die statistische Wahrscheinlichkeit (1 von ….. Patienten) wird benannt und die geringe Wahrscheinlichkeit führt ja auch dazu, daß viele Frauen sich dafür entscheiden. Ich kann mir nicht vorstellen, daß den Endoprothese-Patienten die richtigen, dramatischen Prozentzahlen möglicher Probleme genannt wurden. Wie auch – der Hersteller wusste es ja selbst nicht!

Bernice Bacheberle  01. Juni 2011 – 09:38 Uhr
Wahrscheinlich billig im Ausland gekaufte Ware, aber mit der Kasse bzw. dem Patienten die teuren Preise deutscher Markenhersteller abgerechnet. Man weiß das aus dem Herzklappenskandal.
Der größte Skandal bei medizinischen Kunstfehlern ist, dass kein Arzt die Verantwortung übernehmen will, obwohl alle Ärzte eine Berufshaftpflichtversicherung haben. Da halten alle gegen die Patienten zusammen, damit die Versicherungsprämie nicht angepasst wird und weil ein Fehler Konsequenzen in der Karriere hat. Entweder sind die Gesetze zu lasch oder die Richter sind nicht unabhängig! Die Gerichte könnten sich mal an den USA ein Beispiel nehmen, da gibt es Schmerzensgeld und das ordentlich.

Martin Zielich 01. Juni 2011 – 09:49 Uhr
@ Bernice Bacheberle
Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen oder BILDen Sie sich Ihre Meinung enfach so?

Herbert Pommerenke  01. Juni 2011 – 10:55 Uhr
Vielleicht ein Anstoß zum Nachdenken: Alle Gesetze werden von Juristen bearbeitet bevor sie beschlossen werden und hier liegt das Dillema. Im Eigeninteresse beinhalten alle Gesetze Lücken damit der Stand der Juristen gesichert ist. Gerade die Zivilprozessordnung lässt Tür und Tor geöffnet um Prozesse bis zum Nimmerleinstag zu führen und in den meisten Fällen zum Nachteil des Schwächeren! Nur das Kapital entscheidet letztendlich über Recht und Unrecht. In ganz wenigen Ausnahmefällen gibt es wirklich unabhängige Richter die sich z.B. dem Auflauf von Anwälten von Versicherungen und deren Rechtskonstruktionen widersetzen.

Michael Keller 01. Juni 2011 – 12:08 Uhr

Ohne die Forderungen der Betroffenen in irgendeiner Weise in Frage stellen oder das Leid schmälern zu wollen: Was wäre das für ein Rechtsstaat, Herr Pommerenke, wenn Ansprüche nur behauptet und nicht bewiesen werden müssten? Wenn etwa Ihr Nachbar nur behaupten bräuchte, wegen Ihrer Grillparty gestern krank geworden zu sein, einen Schaden erlitten zu haben und Sie müssten das dann widerlegen um Schadensersatzforderungen zu entgehen? Es gibt im Arztrecht ohnehin schon erhebliche Einschränkungen der regelmäßigen Beweislastverteilung, die kaum noch weiter ausgedehnt werden können, ohne unser Rechtssystem auf den Kopf zu stellen.
Richtig: Davon profitiert hier blöderweise der Hersteller, der trotz einer verdächtigen Häufung der Schadensfälle einfach – in jedem Einzelfall – die Kausalität zwischen Fehler und Schaden bestreiten und zudem auf individuelle Einbaufehler als mögliche Reserveursache verweisen kann; das eröffnet eben das Feld für die Gutachter und wird von den Betroffenen als ungerecht empfunden. Würde aber nicht jeder vernünftige Beklagte in der Position der Fa. Zimmer versuchen, sich so gut wie möglich zu verteidigen? Es ist auch völlig richtig, wenn der Richter falsche Erwartungen an ein schnelles Verfahren dämpft. Ein nicht abgesprochenes Einlenken der Beklagten und/oder der Klinik als Streithelfer schon vor der Beweisaufnahme würde nämlich zum Verlust der eigenen Ansprüche gegen die jeweilige Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung (Schuldanerkenntnis als Obliegenheitsverletzung) und zudem unausweichlich zu Rückenwind für eine enorme Zahl von Folgeansprüchen (170 < x < 770 Betroffene) führen - auch wenn das Bestehen einer Rechtspflicht im Anerkenntnis oder im Vergleich bestritten wird. Wenn überhaupt werden die Versicherungen wohl allenfalls einem Vergleich unter Einbeziehung der Klinik und möglicherweise einer größeren Zahl von Betroffenen zustimmen. Anders als etwa Frau Bacheberle meint, werden in vergleichbaren Fällen übrigens auch in den USA höchst selten Urteile gesprochen. Normalerweise kommt es zu einem Vergleich unter allen Beteiligten, die sich einer "class action" angeschlossen haben. Eine solche Klageart gibt es in Deutschland - zurecht - ohnehin nicht und auch für eine subjektive Klagehäufung auf Klägerseite fehlen die Voraussetzungen, da eine in allen Fällen identische Ursache gerade nicht sicher feststeht und die verbindliche Klärung dieser Frage den Prozess noch viel stärker verzögern würde. Zudem enthalten die in den USA zugesprochenen bzw. verglichenen "nicht zu knappen" Beträge auch Anteile eines Strafschadensersatzes ("punitive damages"), der unserem Rechtssystem fremd ist (deshalb hat etwa Stella Liebeck - zunächst - 2,7 Mio USD Strafschadensersatz zugesprochen bekommen, weil sie sich im Auto heißen Kaffee über die Beine geleert hat und auf dem Becher kein Warnhinweis aufgedruckt war - finden Sie das richtig?). Es ist auch unklar, Herr Meister, weshalb der Staat (die Stadt, eine Stiftung etc.) einspringen sollte, um die Klage zu finanzieren - die Kl. ist ja offenbar durchaus rechtsschutzversichert und auch ansonsten sehe ich keine Verpflichtung der öffentlichen Hand, die Klägerin anders als etwa bei Schadensersatzprozessen nach Verkehrsunfällen individuell zu unterstützen. Schließlich sehe ich nicht, Herr Kühner, was ein "Verbraucherschutzministerium" Vernünftiges tun sollte, um die Probleme bei der Rechtsverfolgung zu beseitigen. Soll es per Dekret die Fa. Zimmer zur Zahlung verpflichten? Soll es ein Gesetz auf den Weg bringen, das die Beweislast für ihre Entlastung einseitig den Herstellern aufbürdet, die dann natürlich zur Risikovorsorge die Preise massiv erhöhen müssten und so den ohnehin sauteuren Eingriff (die Fallkostenpauschale für eine TEP in der GKV lag einmal bei ca. 8500 €) für gesetzlich Versicherte endgültig unfinanzierbar machen? Herbert Pommerenke 01. Juni 2011 - 12:57 Uhr Herr Keller sind Sie Jurist? Welche Beweise wollen Sie noch? Schließlich handelt es sich um nicht nur Eine, sondern um sehr viele Patienten mit selbigem Schaden! Th. Heussmann  01. Juni 2011 - 12:58 Uhr Das BZ-Kommentatoren-Industrie-Bashing geht in die nächste Runde. Herr Zorn, können Sie sich vorstellen, dass eine ärztliche Kapazität auf dem Gebiet der Endoprotetik für sich auch durchaus mal in seiner selbstverliebten Art herausnimmt, die Prothesen nach seinem "Gusto" und nicht streng nach Anleitung einzusetzen? Schließlich ist er der Experte auf dem Gebiet. Und seien Sie sich sicher, dass eine Anleitung für die Implantation eines Medizinprodukts aus einem zertfizierten Unternehmen eine andere "Qualität" als die eines Radioweckes erfordert. Herr Rosenstock, die Implantate aus dem mit einem Vergleich abgeschlossenen Verfahren waren nicht fehlerhaft, sondern "verschmutzt". Es befanden sich Reste von Schmiermitteln aus der Produktion auf den Implantaten, was zu den Schwierigkeiten führte. Ein Vergleich ist dann auch für die Betroffenen ein schneller Weg, an die Entschädigung zu kommen, statt in jahrelangen Prozessen ihre Ansprüche klären zu lassen, welche sie dann ggf. nicht mehr beanspruchen können. Frau Bacheberle, (...) Michael Keller 01. Juni 2011 - 13:47 Uhr Herr Pommerenke: Ja, ich bin einer der bei Ihnen bekanntlich wenig beliebten Juristen. Ich kenne die Akte nicht, nur den Artikel und ich habe ein bisschen die Vorgeschichte verfolgt. Wo haben Sie denn sichere Beweise für die Kausalität zwischen dem (angeblich in allen Fällen identischen) Fehler an der Prothese und den eingetretenen Schäden gefunden? In dem Parteigutachten der Klinik, die die TEP selbst vorgenommen hatte? Die Klinik hat aber ein erhebliches Belastungsinteresse, um die eigene Mitverantwortung zu reduzieren, was natürlich die Objektivität in Frage stellt. Oder sehen Sie den Beweis tatsächlich in der Häufung der Ereignisse? Dann verwechseln Sie Beweisführung aber mit bloßer Korrelation (s. Wikipedia mit netten Beispielen: http://goo.gl/O88D1 und hier: http://goo.gl/0Aq3U). Auch dass eine TEP von vornherein nur bei etwas über 90% der Patienten erfolgreich verläuft (Wikipedia: http://goo.gl/qxj5g) spricht durchaus für weitere mögliche Reserveursachen, wenn die Prothese wieder entfernt werden musste, auch wenn der Artikel die Kausalität bereits als sicher unterstellt („bei bislang 170 Betroffenen musste _deshalb_ die Prothese ausgetauscht werden“).
Nachdem Sie sich ansonsten den Naturwissenschaften zugewandt geben, verstehe ich nicht ganz, weshalb Sie hier davon abweichen wollen und auf zweifelhafte und esoterische Anspruchsbegründungen zurückgreifen.
Es ist übrigens völlig egal, wer derzeit die Beweislast trägt – das Gericht wird sich in jedem modernen Rechtssystem mit der Frage der Kausalität befassen müssen, solange sie von einer Partei bestritten wird. Sonst wären wir bald wieder im Mittelalter und könnten zu dieser Frage auch ein Gottesurteil einholen 😉

Herbert Pommerenke 01. Juni 2011 – 14:03 Uhr

Danke Herr Keller für Ihre Offenheit! Sie gehören also der Fakultät an die sich Rechtswissenschaftler nennt. Ich stimme Ihnen zu, dass Sie bemüht sind Ihren Stand zu rechtfertigen, denn das gehört zum Selbsterhaltungstrieb. Das nachfolgende Beispiel ist nur für uns beide gedacht: In Ägypten lagen die Juristen Hernn Mubarak und seinen Gesetzen zu Füßen. Nach dem Sturz Mubaraks sind es dieselben Juristen die ihn nun anklagen wegen vielen Delikten z.B. Völkermord usw. Wo war die Rechtswissenschaft vorher?

Oliver Rosenstock 01. Juni 2011 – 14:18 Uhr

Herr Heussmann, ich kenne die Sulzer Medica Historie recht gut und weiss auch um den damaligen Mangel.  Bei der in Verkehrbringung von Gütern geht es um deren Fehlerfreiheit, weswegen das sog. Produkthaftungsgesetz eigentlich Gesetz über die Haftung für fehlerhafte Produkte heißt. Ein verschmutztes Implantat ist fehlerhaft. Was mein sachlicher Hinweis auf die Unternehmenshistorie mit „Bashing“ zu tun haben soll kann sich mir nicht erschließen.

Michael Keller  01. Juni 2011 – 14:27 Uhr

Herr Pommerenke, Sie schrieben:
„Nach dem Sturz Mubaraks sind es dieselben Juristen die ihn nun anklagen wegen vielen Delikten z.B. Völkermord usw. Wo war die Rechtswissenschaft vorher?“
Im Bann des Diktators? Das war ja auch schon im 3. Reich so, dass sich das Regime der Justiz bedient, um sich selbst zu rechtfertigen. Deswegen unterhalten wir bekanntlich ein System der Gewaltenteilung, das scharf zwischen Gesetzgebung, Exekutive und Justiz trennt. Daher hat eine alte Justiz in einer neuen Ordnung grundsätzlich auch nichts verloren…
Nur: Mit dem vorliegenden Fall hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun – das ist doch nur pauschale Juristenschelte, was mich als Betroffenen schon sehr stören würde. Nebenbei: Wer sollte Ihnen denn ohne Juristen zu Ihren vermeintlichen Rechten verhelfen? Wenn’s das Faustrecht sein soll, sehe ich Sie, mit Verlaub, eher auf der Verliererseite..

Herbert Pommerenke 01. Juni 2011 – 14:35 Uhr

Herr Keller wir wollen unseren Disput hier als erledigt betrachten, aber sehr gerne würde ich diese geschriebenen Zeilen in der Realität mit Ihnen mündlich fortsetzen. Im Übrigen erscheint ein von mir fast fertiges Buch, so hoffe ich, zur Frankfurter Buchmesse.

Michael Keller 01. Juni 2011 – 15:12 Uhr
Gerne, Herr Pommerenke. Ich akzeptiere übrigens auch durchaus, dass Gerechtigkeit immer subjektiv empfunden wird und dass bei subjektiver Ungerechtigkeit halt die Organe der Rechtspflege dafür verantwortlich gemacht werden. Dass es zudem (gar nicht selten) auch Fälle objektiver Fehler gibt – falsche Beratung, falsche Urteile – ist natürlich unbestritten.