Metallabrieb – Dissertation von Markus Windeler, TU Berlin

Der Ersatz des natürlichen Hüftgelenkes durch ein sogenanntes Kunstgelenk, zur Erlangung von Schmerz- und Bewegungsfreiheit, ist in der heutigen Chirurgie zur Routineoperation geworden. Moderne Hüftprothesen sind modular aufgebaut um möglichst die anatomischen Verhältnisse des Patienten wieder herzustellen. Mittels konischer Steckverbindung kann der Arzt während der Operation den passenden Kugelkopf auf den Hüftschaft verankern. Durch die Modularität der Prothese hat der Chirurg die Möglichkeit verschiedene Werkstoffe wie Metalle und Keramiken miteinander zu kombinieren. Doch die “Nahtstellen” der verschiedenen Teile einer modularen Hüftprothese bergen die Gefahr des Abriebs. Markus Windler geht in seiner Promotion sehr detailliert auf die Ursachen, Auswirkungen und Zusammenhänge des Metallabriebs bei künstlichen modularen Hüftprothesen Systemen ein.

Die komplette Promotion

 

3 Kommentare
  1. Dr. Manfred Sxxx
    Dr. Manfred Sxxx sagte:

    Von grossem Interesse wäre eine Veröffentlichung der von
    Dr. Markus Windler untersuchten Retrieval-Fälle von reoperierten DUROM LDH Hüftendoprothesen und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen für alle auf dem Markt befindlichen minimal invasive LDH Hüftprothesen, die bei einer grossen Anzahl von Patienten versagt haben. Wahrscheinlich kann man die Schuld für das Versagen nicht auf die orthopädischen Chirurgen und Patienten abwälzen. Einzig und allein wissenschaftliche Untersuchungen können die Situation klären.
    Durch jahrzehntelange klinische Untersuchungen von Hüftprothesen-Modellen aus den 80er-Jahren verfügt man heute bekanntlich über
    “doctor and patient proof” Hüftendoprothesen, die den Patienten
    die Lebenqualität während 10 – 25 Jahren erheblich verbessern.
    Diese THP-Modelle sind der “golden standard”, an dem sich jede Neuentwicklung messen lassen muss. Wenn dies unterbleibt, gibt es nur noch sogenannte “Verschlimmbesserungen” mit katastrophalen Folgen für den Patienten.

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  2. Dr. Manfred Sxxx
    Dr. Manfred Sxxx sagte:

    Die Konus-Steckverbindungen werden von den orthopädischen Chirurgen bei der Implantation von modularen Hüftgelenkendoprothesen oft sehr unterschiedlich ausgeführt. Perfekt sind Montagen mit speziellen Gleithammerinstrumenten in der Konusachsrichtung mit definierter, vorgeschriebener Aufschlagkraft. Oft werden auch nur individuell geführte Hammerschläge auf den Konus ausgeführt. Es kann aber auch vorkommen, dass die Konen nur locker aufgesteckt werden und der Operateur auf die Belastung des Konus unter dem Körpergewicht vertraut. Speziell in solchen Fällen kann es zu Konuslockerungen mit einhergehendem Metallabieb mit seinen Folgeschäden kommen.

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  3. Berthold
    Berthold sagte:

    Interessante Arbeit!
    Es geht unter anderem auch um Korrosion an Konen und zwar an dem Vorgängermodell des Metasul-LDH-Systems. Untersucht werden Explantate und neue Systeme. Anhand von Untersuchungen kam der Autor zum Schluss:
    der Verschleiß im Konus nimmt mit Zeit und Belastung zu;
    je stabiler das System (Schaft – Kopf) ist, desto weniger Korrosion.
    Wenn man bedenkt, dass bei dem Metasul-LDH-System der Schaftkonus um ca. 20% gekürzt wurde und durch Einführung einer Kopfadapterhülse die Korrosionsfläche der Konen verdoppelt wurde, kann man sich gut vorstellen, dass die Korrosionsprobleme nicht abnehmen.
    Bei dem System scheinen die Mikrobewegungen vorprogrammiert, da die „tragende“ Auflagefläche des Schaftkonuses durch die „gewindeartige“ Oberflächenstruktur bestimmt um die Hälfte reduziert ist.

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