Systematische Gefährdung von Patienten
Die Durom-SHG bei Europaabgeordneten Vivien Costanzo

Engagiert trugen Vertreter des Durom Vereins „Sicherheit bei Medizinprodukten e.V.“ ihr Anliegen im Europaparlament vor.
Tödliche Herzschrittmacher, vergiftete Brustimplantate oder krebserregende Hüftprothesen beweisen: in Deutschland und Europa werden Medizinprodukte zugelassen, die Menschen massiv gefährden und sogar lebensbedrohend sein können.
Seit Jahren kämpft der 2010 gegründete Verein „Durom – Sicherheit bei Medizinprodukten“ für konsequente Kontrollen bei der Zulassung von Medizinprodukten. Selbst betroffen von der krebserregenden Durom-Hüftprothese hat der Verein nach über 12 Jahren vor Gericht erreicht, dass der Hersteller betroffenen Patienten Schmerzensgeld von über 1,5 Millionen Euro zahlen muss. „Nur weil es gelungen ist, uns intensiv in die Thematik einzuarbeiten und wir mit Glück kompetente Unterstützung gewinnen konnten, haben wir uns vor Gericht durchgesetzt“, so Hanspeter Hauke, Gründer und Vorsitzender des eingetragenen Vereins.
Hohe Hürden für Patienten
Doch nur wenigen Patienten gelingt es, sich so erfolgreich gegen die großen Player der Medizinprodukteindustrie durchzusetzen. Zu hoch sind die Hürden für Patienten vor Gericht, zu langwierig und nervenaufreibend die Verfahren, zu eiskalt und menschenverachtend oft die Strategie der Hersteller und ihrer Anwälte.
Fehlerhafte Produkte keine Seltenheit
Fehlerhafte Medizinprodukte kommen immer wieder auf den Markt. Denn Hersteller können vorhandene Kontrollen oft ohne Probleme umgehen. Oder aber die Kontrollen erweisen sich als unwirksam. Die Gefahr, ein Produkt implantiert zu bekommen, welches die Gesundheit gefährdet oder gar den Tod bringt, lauert immer und überall. Und oft sind auch Ärzte bei diesem Risiko-Spiel für die Gesundheit der Patienten involviert. Denn sie implantieren in gutem Glauben die nicht ausreichend getesteten Produkte in Patienten. Und aus den Rückmeldungen der Operateure ziehen die Hersteller dann bei Bedarf ihre Rückschlüsse. Ärzte, die ihre Erkenntnisse dem Hersteller zukommen lassen, werden oft entsprechend honoriert.
Unterstützung durch Vivien Costanzo
Die Europaabgeordnete Vivien Costanzo zeigte sich betroffen von den Berichten. Auch wenn Gesundheitsfragen nicht zu ihren Tätigkeitsbereichen beim Europaparlament gehören, kann sie mit ihren Kontakten und ihrem Insiderwissen weiterhelfen. Von ihr genannte Ansprechpartner werden nun vom Durom-Verein kontaktiert und um Unterstützung angefragt. Denn das Thema brennt Nicht-Betroffenen aktuell zwar nicht unter den Nägeln, kann jedoch früher oder später auf alle zukommen. Deshalb jetzt handeln, um später nicht gefährdet zu sein.


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