Der Große frisst den Kleinen

Chronologie der Übernahmen

1963: Sulzer AG, Winterthur Sulzer steigt in die Medizintechnik ein und beginnt mit der Herstellung orthopädischer Implantate.1988 Sulzer übernimmt Allo Pro AG und Protek AG Sulzer kauft seine beiden bedeutenden Vertriebsgesellschaften für Hüft- und Knieimplantate. Das ist ein wichtiger Schritt zum integrierten Orthopädiekonzern.

1991: Sulzer Medizinaltechnik AG Im Zuge einer Konzernreorganisation wird die Sulzer Medizinaltechnik AG gegründet.April 1996 Fusion von Allo Pro AG, Sulzer Medizinaltechnik AG und Protek AG Die drei Gesellschaften werden zusammengeführt.Rechtlich überlebt Allo Pro; das fusionierte Unternehmen erhält den Namen Sulzer Orthopedics Ltd.

1997: Sulzer Medica Im Vorfeld des Börsengangs wird Sulzer Orthopedics Ltd. in Sulzer Medica Ltd. umbenannt. Sulzer bringt eine Minderheit der Aktien an die Börse, hält zunächst aber noch rund 74 %.

2001: Abspaltung von Sulzer Die Aktionäre beschließen die vollständige Trennung von Sulzer und Sulzer Medica.Die

Mai 2002: Sulzer Medica → Centerpulse Die Hauptversammlung beschließt am 17. Mai 2002 die Umbenennung von Sulzer Medica in Centerpulse.

2003: Zimmer übernimmt Centerpulse Nach einem Übernahmekampf mit Smith & Nephew setzt sich Zimmer durch und übernimmt Centerpulse.
Damit gelangen die ehemaligen Sulzer-Orthopädieaktivitäten zu Zimmer.

2015: Zimmer + Biomet → Zimmer BiometZimmer übernimmt Biomet; daraus entsteht Zimmer Biomet Holdings, Inc.

heute: Zimmer Biomet Die ehemalige Sulzer-/Centerpulse-Orthopädiesparte ist damit Teil von Zimmer Biomet.

 Zusammenfassung

Sulzer AG → Sulzer Medizinaltechnik / Sulzer Orthopedics → Sulzer Medica → Centerpulse → Zimmer → Zimmer Biomet

Das ist nicht nur eine Abfolge voneinander unabhängiger Unternehmen. Zumindest für den Kernbereich der Schweizer Orthopädieaktivitäten handelt es sich um organisatorische Umstrukturierungen, Umbenennungen, Abspaltung und schließlich Übernahmen. Besonders eindeutig ist die offizielle Centerpulse-Darstellung: Allo Pro, Sulzer Medizinaltechnik und Protek fusionierten 1996 zu Sulzer Orthopedics; daraus wurde Sulzer Medica und 2002 Centerpulse.

Kein Patientenvorteil durch Roboter-OP

Eine große Studie (1) vergleicht Roboterchirurgie und herkömmliche Knie-OP.Der Roboter arbeitet präziser, bringt Patienten nach einem Jahr aber keinen erkennbaren Vorteil.  Roboter sollen Gelenkoperationen genauer machen. Das gelingt auch. Doch eine große Studie mit 339 Patienten zeigt: Nach einem Jahr geht es Patienten mit einer roboterunterstützt eingesetzten Knieprothese nicht besser als Patienten nach einer herkömmlichen Operation.

Für die Durom-SHG zeigt das: Technischer Fortschritt allein reicht nicht. Entscheidend sind nachgewiesener Patientennutzen, Sicherheit und verlässliche Langzeitdaten.

(1) www.thelancet.com Vol 408 September 5, 2026

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Zimmer: Profit statt Verantwortung?

Viele Betroffene haben den Eindruck, dass bei der Entwicklung und Vermarktung bestimmter Hochrisikomedizinprodukte wirtschaftliche Interessen höher gewichtet wurden als die Patientensicherheit. Sie stützen diese Einschätzung auf eigene Erfahrungen und auf rechtskräftige Gerichtsentscheidungen. Aus ihrer Sicht konnten Hochrisikoprodukte ohne ausreichende klinische Absicherung auf den Markt gelangen und Patienten implantiert werden. Auch die Überwachung nach der Markteinführung ist nach den Erfahrungen der Durom-SHG unzureichend.

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Systematische Gefährdung von Patienten

Die Durom-SHG bei Europaabgeordneten Vivien Costanzo

Engagiert trugen Vertreter des Durom Vereins „Sicherheit bei Medizinprodukten e.V.“ ihr Anliegen im Europaparlament vor.

Tödliche Herzschrittmacher, vergiftete Brustimplantate oder krebserregende Hüftprothesen beweisen: in Deutschland und Europa werden Medizinprodukte zugelassen, die Menschen massiv gefährden und sogar lebensbedrohend sein können.

Seit Jahren kämpft der 2010 gegründete Verein „Durom – Sicherheit bei Medizinprodukten“ für konsequente Kontrollen bei der Zulassung von Medizinprodukten. Selbst betroffen von der krebserregenden Durom-Hüftprothese hat der Verein nach über 12 Jahren vor Gericht erreicht, dass der Hersteller betroffenen Patienten Schmerzensgeld von über 1,5 Millionen Euro zahlen muss. „Nur weil es gelungen ist, uns intensiv in die Thematik einzuarbeiten und wir mit Glück kompetente Unterstützung gewinnen konnten, haben wir uns vor Gericht durchgesetzt“, so Hanspeter Hauke, Gründer und Vorsitzender des eingetragenen Vereins.

Hohe Hürden für Patienten

Doch nur wenigen Patienten gelingt es, sich so erfolgreich gegen die großen Player der Medizinprodukteindustrie durchzusetzen. Zu hoch sind die Hürden für Patienten vor Gericht, zu langwierig und nervenaufreibend die Verfahren, zu eiskalt und menschenverachtend oft die Strategie der Hersteller und ihrer Anwälte.

Fehlerhafte Produkte keine Seltenheit

Durom-Vorstand mit Marcus Schneider, Christina Bonnkirch, Hanspeter Hauke

Fehlerhafte Medizinprodukte kommen immer wieder auf den Markt. Denn Hersteller können vorhandene Kontrollen oft ohne Probleme umgehen. Oder aber die Kontrollen erweisen sich als unwirksam. Die Gefahr, ein Produkt implantiert zu bekommen, welches die Gesundheit gefährdet oder gar den Tod bringt, lauert immer und überall. Und oft sind auch Ärzte bei diesem Risiko-Spiel für die Gesundheit der Patienten involviert. Denn sie implantieren in gutem Glauben die nicht ausreichend getesteten Produkte in Patienten. Und aus den Rückmeldungen der Operateure ziehen die Hersteller dann bei Bedarf ihre Rückschlüsse. Ärzte, die ihre Erkenntnisse dem Hersteller zukommen lassen, werden oft entsprechend honoriert.

Unterstützung durch Vivien Costanzo

Die Europaabgeordnete Vivien Costanzo zeigte sich betroffen von den Berichten. Auch wenn Gesundheitsfragen nicht zu ihren Tätigkeitsbereichen beim Europaparlament gehören, kann sie mit ihren Kontakten und ihrem Insiderwissen weiterhelfen. Von ihr genannte Ansprechpartner werden nun vom Durom-Verein kontaktiert und um Unterstützung angefragt. Denn das Thema brennt Nicht-Betroffenen aktuell zwar nicht unter den Nägeln, kann jedoch früher oder später auf alle zukommen. Deshalb jetzt handeln, um später nicht gefährdet zu sein.

 

 

Mitgliederversammlung 2026

Neue Räumlichkeiten und ein anderer Wochentag mit früherer Uhrzeit wurden für die ordentliche Mitgliederversammlung 2026 vom Vorstand erprobt. Das Konzept klappte im Prinzip, doch die Rückmeldungen legen nahe, dass man eher wieder zur gewohnten Zeit an einem Dienstag gegen 17:00 Uhr und wenn möglich im Gasthaus Schützen zurückkehren sollte. Gleichwohl war es eine erfolgreiche Versammlung mit interessanten Beiträgen und konstruktiven Diskussionen. Im Folgenden nun das ausführliche Protokoll. Weiterlesen

Problematische Medizinprodukte

Problematische Medizinprodukte sind das Ergebnis systematischer Unzulänglichkeiten bei der Zulassung und Kontrolle. Mangelhaft kontrollierte Zulassungen führen zu hohen Fehlerquoten. Fehlerhafte Medizinprodukte führen zu teuren Nachbehandlungen auf Kosten der Versichertenund zu gesundheitlichen Schäden bei den Betroffenen. Und oft werden Bemühungen für mehr Patientensicherheit durch wirtschaftliche Interessen der Hersteller und Ärzte ausgehebelt.

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Fragen vor einer Hüft-Operation

  1. Erste Schritte bei Hüftschmerzen

Wenn Sie unter Hüftschmerzen leiden, die eventuell auch in die Leiste, den Oberschenkel oder bis zum Knie ausstrahlen, ist es wichtig, frühzeitig aktiv zu werden:

  • Physiotherapie und gezielte Übungen können helfen, den Zustand des Hüftgelenks zu stabilisieren und Schmerzen zu lindern.
  • Ein möglichst gut trainierter Halteapparat (Muskulatur, Sehnen und Bänder) verbessert nicht nur den Alltag, sondern auch den Heilungsverlauf nach einer eventuellen Operation.
  • Je fitter Sie vor einer Operation sind, desto schneller und leichter fällt Ihnen die Rückkehr in den Alltag danach.

Tipp: Lassen Sie sich frühzeitig physiotherapeutisch begleiten und üben Sie regelmäßig, auch wenn noch keine Operation geplant ist.

  1. Wann wird eine Operation notwendig?

Eine Hüftoperation (z. B. eine Hüft-Totalendoprothese, kurz Hüft-TEP) kommt dann in Frage, wenn:

  • die Schmerzen dauerhaft stark sind,
  • Bewegung massiv eingeschränkt ist,
  • Physiotherapie und Schmerzmittel keine Linderung mehr bringen.

Es gibt keinen „perfekten Zeitpunkt“ für eine Hüftoperation – aber zu langes Warten kann andere Probleme verursachen. Wer das schmerzhafte Bein schont, belastet oft unbewusst das andere Bein, die Knie oder die Wirbelsäule. So können zusätzliche Beschwerden entstehen.

  1. Gute Entscheidungen treffen – Klinik und Operation

Vor einer Operation sollten Sie sich gründlich informieren:

  • Zweit- oder Drittmeinung einholen: Sprechen Sie mit mindestens zwei verschiedenen Fachärzt:innen oder Kliniken.
  • Fragen Sie konkret:
    • Reicht eine Kappenprothese oder ist eine vollständige Hüft-TEP notwendig?
    • Ist ein minimalinvasiver Eingriff möglich?
    • Welches Prothesenmodell wird eingesetzt – und warum?

Vertrauen in Ihre behandelnden Ärzt:innen ist wichtig. Aber verlassen Sie sich nicht nur auf Werbung oder Superlative. Aussagen wie „die neueste Prothese“ oder „die beste Methode“ oder „diese Prothese ist der Mercedes der Hüftprothesen“ sollten Sie stets kritisch hinterfragen.

Tipp: Lassen Sie sich genau erklären:

  • Welche Technik wird angewendet?
  • Warum wird gerade dieses Prothesenmodell empfohlen?
  • Welche Langzeiterfahrungen gibt es damit?
  • Wie hoch ist die Fehlerquote bei dem Prothesenmodell?

Fragen Sie ruhig nach bewährten Modellen und erprobten Operationstechniken. Gerade wenn etwas „Neues“ verwendet werden soll, sollten Sie sich ausführlich über Nutzen und Risiken informieren.

  1. Hilfreiche Informationsquellen

Kampf durch die Instanzen

Wenn Gerechtigkeit zur Geduldsprobe wird: Der lange Weg geschädigter Patienten durch die Instanzen 

 In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern ist das Vertrauen in das Gesundheitssystem tief verankert. Doch wenn Medizinprodukte versagen oder Behandlungsfehler geschehen, beginnt für die betroffenen Patienten oft ein zermürbender Kampf – nicht nur um Gesundheit, sondern auch um Gerechtigkeit. 

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Gefährliche Lücken im System

In Deutschland reicht oft ein Häkchen von „Benannten Stellen“, um selbst Hochrisiko-Medizinprodukte zuzulassen – im Auftrag der Hersteller, versteht sich. Die Folge: fehlerhafte Implantate landen im OP-Saal und im Patienten statt im Test-Labor. Der Robodoc-Skandal (1), der Skandal um die BIP-Brustimplantate oder der Durom-Hüftprothesenskandal sind nur die Spitze des Eisbergs. Dieser Beitrag seziert das lasche Zulassungsverfahren und zeigt: Patientensicherheit darf kein Nebenprodukt der Bürokratie sein.

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Ärztliche Behandlungsfehler

Ärztliche Behandlungsfehler kommen häufiger vor als viele wahr haben wollen. Man spricht von einem Behandlungsfehler, im Volksmund auch Kunstfehler genannt, wenn ein Arzt bei der Diagnose oder bei der Behandlung einem Patienten einen Schaden zufügt. Nach deutschem Recht liegt ein Behandlungsfehler vor,

wenn eine medizinische Behandlung nicht nach den zum Zeitpunkt der Behandlung bestehenden, allgemein anerkannten fachlichen Standards erfolgt (§ 280 Abs. 1 BGB, § 630a Abs. 2 BGB).

Beispiele für „klassische“ Behandlungsfehler sind:

  • Falsche Diagnose
  • Fehlerhafte Medizinprodukte
  • Verbleib von Fremdkörpern nach Operationen
  • Unzureichende Hygiene
  • Unzureichende Aufklärung des Patienten über die Risiken eines Eingriffs
  • Nicht fachgerechte Durchführung einer Operation
  • Medikationsfehler
  • Geräteversagen

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