Durom-SHG trifft Zimmer-Vertreter

Das Treffen der Durom-SHG mit Zimmer sollte die Ursachen des Versagens der Durom-Prothese klären. Doch Zimmer behauptet: der Fehler liegt beim Krankenhaus.

Arthrose – Ursache vieler Hüft-TEPs

Mit dem Thema “Arthrose – Ursache vieler Hüft-TEPs” beschäftigt sich Ernst Michael Müller, 1964 geboren, verheiratet, vier Kinder, aus eigener Betroffenheit seit vielen Jahren. Eigentlich ist er Dipl.-Ing. der Luft- und Raumfahrt und kein Arzt oder Heilpraktiker. Er hat auch keine medizinische Ausbildung. Doch durch eigene leidvolle, mehr als 30 Jahre dauernde Erfahrungen mit Arthrose ist er als Betroffener den Ursachen seiner Erkrankung auf den Grund gegangen. Inzwischen ist er ein kompetenter und gefragter Ansprechpartner für Präventive Ernährungsberatung sowie API-Ernährung und Phytoernährung. Seine Erkenntnisse stellen wir hier vor, um Betroffenen und Interessierten die Möglichkeit zu geben, sich eine eigene Meinung zu bilden und über eventuelle  Schlussfolgerungen zu entscheiden.

Die Ergebnisse seiner Erfahrungen und Erkenntnisse hat Ernst Michael Müller in einer umfangreichen Powerpoint Präsentation aufbereitet, die er der Durom-Selbsthilfegruppe großzügiger Weise zur Verfügung gestellt hat. Eine gekürzte Version von Ernst Michael Müller’s Powerpoint kann am Ende des Beitrags aufgerufen werden.

Müller unterscheidet im “Rheumatischen Formenkreis”, wie er es nennt, vier Erkrankungen:

  • Arthrose, verursacht durch Nährstoff-, Bewegungsmangel, Übersäuerung, Gifte
  • Arthritis, verursacht durch Infektionen, Pilze, Bakterien
  • Rheuma als eine autoimmun Erkrankung, ausgelöst möglicherweise durch Gifte
  • Gicht, verursacht durch tierische Eiweisse, Purinstoffwechsel, Harnsäure, Niereninsuffizienz

    Ist Arthrose heilbar durch gesunde Ernährung?

Müller vertritt die Auffassung, dass Arthrose durch eine radikale und grundlegende Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten heilbar ist. Doch dies gelinge nur bei langjähriger Geduld und Konsequenz. Konkret fordert er in einem ersten Schritt, auf basische Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Antioxidantien umzustellen, das Rauchen aufzugeben, die Reduktion von tierischem Eiweiß sowie den Verzicht auf Schweinefleisch. In einem zweiten Schritt empfiehlt er eine Entgiftung mit Kukuma und Propolis. Als Sport sollten nur gelenkschonende Ausdauersportarten wie Wandern, Nordic Walking oder Schwimmen in Betracht gezogen werden.

Gekürzte Version: hier klicken

Bei Interesse an der gesamten, 85 Folien umfassenden Powerpoint Präsentation von Ernst Michael Müller wenden Sie sich an die SHG: hauke@durom-hueftprobleme.de

 

SHG fordert mehr Patientenschutz

Johannes Fechner, MdB, Manfred Mamber, SHG, Hanspeter Hauke, SHG

Thema beim Gespräch der Vorsitzenden der Selbsthilfegruppe (SHG) Durom-Metasul-LDH-Hüftprothesen e.V.  Hanspeter Hauke und Manfred Mamber mit dem Bundestagsabgeordneten und rechtspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Dr. Johannes Fechner war neben Fragen des Patientenschutzes Informationen zur geplanten Musterfeststellungsklage. Die Vorsitzenden der SHG berichten, dass für viele Patienten das Risiko und die Kosten zu groß sind, gegen den Hersteller der fehlerhaften Hüftprothesen, die allein im Loretto-Krankenhaus über 1000 mal implantiert wurde, zu klagen. „Leider kommt die Musterfeststellungsklage für die Betroffenen in diesem Fall zu spät“, so Fechner. „Wir als SPD haben jedoch bereits vor Jahren versucht, die Musterfeststellungsklage im Bundestag einzubringen, wurden jedoch von der CDU und der Kanzlerin blockiert“, so Fechner weiter.

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DePuy-Firmenvertreter als Operateur?

Für das Ministerium für Justiz, Arbeit, Soziales und Gesundheit des Saarland scheint es normal zu sein, dass erste Operationen mit dem ASR-Prothesenmodell der Firma DePuy nicht gelingen und die Patienten danach lebenslang unter  gesundheitlichen Schäden durch die Prothese leiden müssen. Normal scheint für das Ministerium auch, dass bei den ersten Operationen mit dem ASR-Hüftprothesenmodell von DePuy ein Medizinprodukteberater der Firma im OP anwesend ist. Sind die DePuy-Firmenvertreter Operateure?

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Klage gegen Zimmer: Az. 6 O 359/10

Patientenveranstaltung der SHG Durom-Metasul-LDH-Hüftprothesen e.V.
Am:                 5. Juni 2018
Beginn:           18:00 Uhr
Ende:              19:30 Uhr
Ort:                 Gasthaus „Schützen“, Schützenallee 12 in 79102 Freiburg i.Br.

Thema des Abends:
Klagen gegen Zimmer-Biomet: Was bisher erreicht wurde. Aktuelle Zwischenergebnisse der gerichtlichen Verfahren.

Referent: RA Dr. Dirk Liebold, Fachanwalt für Medizinrecht
lübbert rechtsanwälte
Wallstr. 15, 79098 Freiburg

Der Vorsitzende der Durom-Selbsthilfegruppe Hanspeter Hauke begrüßt die Anwesenden, Vorstellung den Referenten des Abends, RA Dr. Liebold, vor und führt in die Thematik ein.

Dr. Liebold erläutert dann das Ergebnis der Anhörungen am Landgericht Freiburg vom 17. und 18. Mai 2018 anhand einer Powerpoint-Präsentation sowie den aktuellen Stand (Juni 2018) der Gerichtsverfahren.

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Metallabrieb gefährdet Hüftpatienten

Bei sogenannten Metall-auf-Metall Hüftprothesen (MoM-Prothesen) entsteht Metallabrieb. Hersteller wie Zimmer mit seiner Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese oder Depuy mit der ASR-Hüftprothese spielen die Gefahr für die Patienten herunter. Doch inzwischen wird bei den Gerichtsverfahren immer deutlicher, dass beide für die Gesundheitsschäden verantwortlich sind, weil sie die Gefahr zwar gekannt, aber nichts dagegen unternommen hätten.

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Metallabrieb bei Durom-Patienten

Eine Umfrage unter Betroffenen macht deutlich: Patienten mit einer MoM Hüftprothese leiden wegen ihrer Hüftprothese unter gesundheitlichen Beschwerden.

Krank wegen MoM Prothese?

Die Durom-Selbsthilfegruppe möchte herausfinden, ob es Übereinstimmungen bei den gesundheitlichen Beschwerden von Patienten mit einer Metall-auf-Metall Prothese gibt. Der vorliegendem Fragebogen dient der Erhebung von anonymisiertem Datenmaterial zur Auswertung und Analyse. Gehofft werden Hinweise und Anhaltspunkte zur Beantwortung der Frage: “Krank wegen MoM Prothese?

Wir bitten deshalb alle Patienten, die eine Metall-auf-Metall-Prothese implantiert bekommen haben, den Fragenbogen herunter zu laden, auszufüllen und an die Selbsthilfegruppe zurück zu schicken. Für Ihre Unterstützung ganz herzlichen Dank!

Download Fragebogen

Vorliegender Fragebogen ist ausschließlich für den internen Gebrauch der Selbsthilfegruppe Durom Metasul LDH Hüftprobleme e.V. gedacht. Er dient der Feststellung, ob der durch MoM Hüftprothesen verursachte Metallabrieb zu gleichen oder ähnlichen gesundheitlichen Problemen führt.

Wir bitte deshalb alle Patienten, die eine Metall-auf-Metall-Großkopf Hüftprothese implantiert bekamen, den Fragenbogen herunter zu laden, auszufüllen und die Selbsthilfegruppe zurück zu schicken. Für Ihre Unterstützung ganz herzlichen Dank!

Fragebogen zur Ermittlung, ob sich durch die Belastung von Schwermetallen gleiche oder ähnliche Beschwerden wiederholen. Die Teilnahme ist freiwillig.

Vorliegender Fragebogen ist ausschließlich für den internen Gebrauch der Selbsthilfegruppe Durom Metasul LDH Hüftprobleme e.V. gedacht. Er dient statistischen Zwecken.

Eine Schwermetall-Vergiftung kann auch dann vorliegen, wenn im Blut, im Urin, im Serum  oder einer Haaranalyse nur noch sehr geringe Metallionen nachweisbar sind. Chrom, Cobalt und Titan lagern sich wie alle anderen Schwermetalle und andere Umweltgifte im Bindegewebe ab, in den Organen und in den Zellen des Nervensystems.

Fragen zur Person

Weiblich……………….                                                    Männlich……………..

Alter…………………….

Erstoperation Jahr……………………………….                   Krankenhaus?…………………………………

Reoperation Jahr…………………………………                   Krankenhaus?…………………………………

Liegen Blutwerte vor und wenn ja:               Kobalt………………………………………………

Chrom………………………………………………..

Titan…………………………………………………..

Bestanden vor der Erst-OP bereits Belastungen, die eventuell einer Schwermetall-

Vergiftung ähnlich sind?

Wenn ja, welche?………………………………………………………………………………………………………

…………………………………………………………………………………………………………………………………………..

 

Nicht alle Betroffenen reagieren gleich, da die Widerstandskräfte unterschiedlich sind. Belastungen durch Schwermetalle muss man sehr ernst nehmen, da sie Langzeitschäden verursachen und nur in einigen Fällen akut auftreten.

Fast immer zeigen bestimmte Symptome eine Schwermetall- oder Giftbelastung im Körper an und nur wenige denken dabei an eine schleichende bzw. schon an eine chronische Vergiftung. Welche Symptome sind das?

Hinweis 1

Chron. Müdigkeit                               ja………..                      nein…………..

Energielosigkeit                                 ja…………                      nein…………..

Damit ist nicht die Müdigkeit nach einem Essen, einer durchwachten Nacht oder das Bedürfnis nach einem Mittagsschlaf gemeint. Es ist eine Antriebslosigkeit, die bereits morgens nach dem Aufstehen beginnt und den ganzen Tag anhält.

Hinweis 2

Vergebliche Gewichtabnahme          ja…………..                    nein…………..

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass sich Schwermetalle, aber auch andere Gifte, im Fett- und im Bindegewebe einlagern. Das Fett schützt den Organismus vor der Gefährlichkeit der Gifte. Die Folge davon ist, dass der Körper das Fett nicht abbaut und damit auch schwerer abnimmt.

Hinweis 3

Mundgeruch                                      ja…………..                    nein…………..

Wenn Sie trotz aufwändiger und regelmäßiger Zahnhygiene immer noch Mundgeruch haben, ist das meist ein sicheres Warnzeichen einer Vergiftung. Das liegt daran, dass sich die im Mund ansässigen gesunden Bakterien in Fäulnisbakterien verändern und Mundgeruch erzeugen. Gifte verändern nicht nur die Darmflora, sonder auch die Mundflora. Auch eine belastete Leber macht auf diese Weise auf sich aufmerksam.

Hinweis 4

Chronische Verstopfung                    ja…………..                    nein…………..

Eine Schwermetall- bzw. Giftbelastung führt zu einer Störung der Darmflora und somit zu einer gestörten Verdauung. Dieses Missverhältnis schädigt die Darmwand, wodurch weitere Gifte aus dem Darm in den Körper „einwandern.“ Somit entsteht ein ständiger Kreislauf schädlicher Vorgänge, vom Darm in das Gewebe und wieder zurück in den Darm.

Hinweis 5

Geruchsempfindlichkeit*                   ja…………..                    nein…………..

Mangelndes Geschmacksempfinden ja…………..                    nein…………..

Sie können im Gegensatz zu früher manche Gerüche einfach nicht mehr ertragen. Verschiedene Gifte, besonders aber Schwermetalle sind Nervengifte, die zu Nervenschäden führen. Auch das Geschmacksempfinden kann schwächer werden.

Hinweis 6

Muskelschmerzen                              ja……….                       nein…………..

Gelenkschmerzen                              ja…………..                    nein…………..

Muskel- oder Gelenkschmerzen nach einer körperlichen Anstrengung sind normal. Doch durch die Einlagerung von Giften und Schwermetallen im Gewebe entstehen Entzündungen bis hin zu chronischen Entzündungen, die Schmerzen verursachen.

Hinweis 7

Hautausschläge                                  ja…………..                    nein…………..

Hautpilz**                                          ja…………..                    nein…………..

Juckreiz                                              ja…………..                    nein…………..

Schwellungen um die Augen             ja…………..                    nein…………..

Bindehaut-Entzündungen                   ja…………..                    nein…………..

Wenn die Ausscheidungsorgane wie Leber, Nieren und der Darm mit der Giftbelastung im Körper überfordert sind, kommt die Haut als weiteres Ausscheidungsorgan zur Hilfe und zeigt entsprechende Symptome.

Hinweis 8

Weitere Hinweise, die typisch für eine Schwermetall-Vergiftung sind:

Bindegewebsverhärtung                    ja…………..                    nein…………..

Schweißausbrüche                             ja…………..                    nein…………..

Schlafstörung                                     ja…………..                    nein…………..

Gedächtnisstörung                            ja…………..                    nein…………..

Konzentrations-Schwäche                  ja…………..                    nein…………..

Reizbarkeit                                         ja…………..                    nein…………..

Wortfindungs-Störung                       ja…………..                    nein…………..

 

* Der Geruchsinn kann mehr als üblich ausgeprägt sein (mir wird schlecht, wenn ich z.B. Zitronensaft rieche. Er kann aber auch ganz oder teilweise verschwinden.

** Der Körper wehrt sich gegen Schwermetalle mit Pilz, weil Pilze Schwermetalle binden. Deshalb können Pilzerkrankungen auftreten.

Weitere Belastungen für alle Menschen entstehen durch unsere Nahrung, die Luft, durch Wasser, Medikamente, Kosmetika und sonstige Umwelteinflüsse. Nicht nur die Belastung eines einzelnen Metalls für sich ist schädlich. Die Summierung aller Komponenten kann unserer Gesundheit erheblichen Schaden zufügen.

Wir danken für Ihre Mitarbeit und wünschen Ihnen, dass Sie keines der  angeführten Symptome ankreuzen müssen.

Bitte senden Sie den ausgefüllten Fragebogen zurück an:

Till Abele
Email: stabeles@online.de
Lenzweg 5, 79312 Emmendingen
Fax: 07641 572637
Bei Rückfragen: Telefon: 07641-9677688

Durom-SHG zu Gesprächen in Berlin

Am 04.11.2015 waren die Vorsitzenden der Durom-Selbsthilfegruppe (Durom-SHG) Hanspeter Hauke und Manfred Mamber zu Gesprächen beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, dem Bundesverband der AOK sowie bei Fachanwälten für Medizinrecht in Berlin. Gesprächspartner waren der Parlamentarische Staatssekretär im BMJV Ulrich Kleber und Dr. Johannes Fechner, MdB, Rechtspolitischer Sprecher SPD-Bundestagsfraktion. Beim Bundesverband der AOL trafen sich die Vertreter der Durom-SHG mit Dr. Jürgen Malzahn, seit 2007 Leiter der Abteilung Stationäre Versorgung, Rehabilitation des AOK-Bundesverbandes in Berlin.

Gespräch im Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz

Anwesend: Parlamentarischer Staatssekretär Ulrich Kelber, BMJV, Dr. Johannes Fechner, MdB, Rechtspolitischer Sprecher SPD-Bundestagsfraktion, Hanspeter Hauke, SHG, Manfred Mamber, SHG.

  1. Vortrag der Sachlage durch Hanspeter Hauke. Hinweis auf gravierende Mängel bei
    • der Zulassung von Medizinprodukten
    • der Umsetzung von Empfehlungen des BfArM
    • dem gegenwärtigen Prothesenregister
    • den Chancen von Patienten, vor Gericht Recht zu bekommen
    • Einführung von Sammelklagen
    • der Beauftragung unabhängiger Gutachter bei Gerichtsverfahren
    • der Überwachung von Medizinprodukten durch die Landesbehörden
  2. Die Themen im Einzelnen

Folgende Fragen zur Sicherheit von Medizinprodukten stellen sich auf Grund der mit der Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese der Firma Zimmer gemachten Erfahrungen:

Die bestehenden gesetzlichen Regelungen und Vorgaben reichen nicht aus. BIP Brustimplantate, Herzschrittmacher oder Hüftprothesen der Firmen DePuy und Zimmer sind Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit für das Versagen der Kontrollen.

Als Ursachen kommen folgende Zusammenhänge in Frage:
    1. Die mit der CE-Kennzeichnung beauftragten Benannten Stellen werden vom Hersteller ausgewählt und bezahlt. Es ist nicht im Interesse der Benannten Stelle, dem Auftraggeber die CE-Kennzeichnung zu verweigern.
    2. Hersteller und Anwender haben ein gemeinsames Interesse, möglichst viele der Medizinprodukte zu implantieren. Die gemachten Erfahrungen werden vom Anwender ausschließlich an den Hersteller kommuniziert. Ein unabhängiges zentrales Prothesenregister gibt es im Gegensatz zu anderen Ländern in Deutschland nicht.
    3. Das Risiko im Versagensfalle regresspflichtig gemacht zu werden ist für Hersteller gering, da
      • betroffene Patienten im Glauben gelassen werden, dass es sich bei ihren Problemen um einen Einzelfall handelt.
      • die Beweislast beim betroffenen Patienten liegt und auf ihn somit neben den gesundheitlichen Auswirkungen erhebliche finanzielle Belastungen zukommen.
      • die Herstellung (mono-)kausaler Zusammenhänge als Voraussetzung einer juristisch haltbaren Beweisführung aus wissenschaftlichen, technischen, medizinisch-biologischen Gründen häufig nicht möglich ist.
      • der Hersteller nicht verpflichtet ist, für die Beweisführung erforderliche Unterlagen und Dokumente zur Verfügung zu stellen. In der Regel reicht für die Verweigerung der Herausgabe der Hinweis, dass es sich bei den angeforderten Unterlagen um „Betriebsgeheimnisse“ handele oder die Behauptung, die Informationen unterlägen dem Datenschutz.
      • selbst im Falle einer Verurteilung die den betroffenen Patienten als Schmerzensgeld und/oder Schadensersatz gerichtlich zugesprochenen Summen wesentlich geringer sind als die Kosten, die dem Hersteller durch eine sorgfältige Testreihe entstanden wären.
      • die Gutachter in enger Zusammenarbeit mit den Herstellern stehen und objektive und das Patienteninteresse berücksichtigende Gutachter nicht existieren.
      • die „Waffengleichheit“ eines einzelnen Fachanwalts für Medizinrecht gegen die Übermacht großer Kanzleien wie Linklaters vor Gericht nicht gegeben ist.
    4. Die Empfehlung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, ein bestimmtes Medizinprodukt vom Markt zu nehmen, kann von den zuständigen Landesbehörden ignoriert werden.
    5. Die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten bei den entsprechenden Landesbehörden zum Schutz der Patienten vor fehlerhaften Medizinprodukten sind unklar.
    6. Die Urteile des EUGH vom März 2015 und BGH vom Juni 2015 sollten dazu führen, dass ab einer Schadenshäufung von über 5% davon ausgegangen wird, dass die Sicherheitserwartung an das Produkt grundsätzlich enttäuscht wurde und der Hersteller beweisen muss, dass sein Produkt dennoch nicht fehlerhaft ist.
    7. Der Bereich Arzneimittel bleibt auch bei der neuen EU-Kommission in der Zuständigkeit der Generaldirektion Gesundheit und liegt in der Hand des Gesundheitskommissars Vytenis Andriukaitis. Bei den Medizinprodukten fiel die Zuständigkeit neu an die Generaldirektion Binnenmarkt und Industrie unter der Kommissarin Elzbieta Bienkowska.
    8. Das Thema „Einführung von Medizinprodukten und Patientensicherheit“ muss grundsätzlich überdacht werden. Das bestehende System bietet keinen ausreichenden Schutz für Patienten.
Dokumentation
  1. Hintergrundinformationen zur Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese der Firma Zimmer
  2. Schreiben BfArM vom 20.08.2012: Empfehlung, Produkt vom Markt zu nehmen
  3. Schreiben BfArM vom 22.05.2014: chronologische Aufstellung
  4. Schreiben Regierungspräsidium vom 28.01.2013: Lieferliste und Werbung durch Zimmer
  5. Mail von Zimmer: Prothese wurde nicht vom Markt genommen
  6. Schreiben DGOOC vom 22.03.2012: Von weiterer Verwendung der Prothese wird abgeraten
  7. Satzung der SHG Durom-Metasul-LDH-Hüftprothesen e.V.
  8. Zeitungsberichte:
      • Aus der Hüfte, Süddeutsche Zeitung vom 26.10.2012
      • Fehler bei Fertigung?, Schwarzwälder Boten vom 20.10.2015
      • Gutachter: Prothesen schlecht gebaut, Der Sonntag vom 25.10.015
      • Schmerzen und Krebsrisiko: Hüftpatient erhebt schwere Vorwürfe, Schwarzwälder Boten vom 27.10.2015

Hanspeter Hauke regt an, der „Empfehlung“ des BfArM eine größere Verbindlichkeit zuzuweisen. So könnte verhindert werden, dass die dann zuständige Landesbehörde so wie das Regierungspräsidium Freiburg argumentiert, dass „es sich ja nur um eine Empfehlung“ handele. Gleichzeitig erhielte das beim BfArM vorhandene Fachwissen den Stellenwert, der ihm zukomme. So sei das BfArM ein „zahnloser Tiger“, der zwar mit allem know-how und aller Expertise ausgestattet sei, diese aber nicht zum Schutz von Patienten nutzen könne.

Hanspeter Hauke regt an, ein unabhängiges und verbindliches zentrales Prothesenregister einzurichten. Er zeigt die Unzulänglichkeiten des gegenwärtigen „zentralen Prothesenregisters“ auf und begründet, warum es sich hierbei um eine „Mogelpackung“ handelt.

Staatssekretärs Ulrich Kelber und Dr. Johannes Fechner stehen den Anliegen der SHG positiv gegenüber. Sie drücken ihr Unverständnis über die erfahrenen Hintergründe aus. Sie verweisen jedoch darauf, dass die Umsetzung der Empfehlung des BfArM Ländersache sei. Gleichwohl verspricht Ulrich Kelber seine Unterstützung. Er erklärt sich bereit, die Dokumentation der SHG in die nächste Sitzung des gemeinsamen Ausschusses von BMJV und BMG einzubringen.

Das BMJV beabsichtigt, die Möglichkeiten einer Feststellungsklage bei fehlerhaften Medizinprodukten auszuweiten. So soll es künftig möglich sein, eine Art „Sammelklage light“ einzureichen sobald 10 vergleichbare Fälle vorliegen. Die positive Feststellungsklage würde dann die grundsätzliche Fehlerhaftigkeit des Produktes feststellen. Im Falle der Durom-Hüftprothese würde das bedeuten, dass sich alle Patienten mit einer solchen Prothese ohne weiteres Gerichtsverfahren darauf berufen und Ansprüche gegen den Hersteller anmelden könnten, unabhängig ob sie bereits revidiert wurden oder nicht. Auch wäre dann nicht erforderlich, in einem eigenen Klage-Verfahren die Fehlerhaftigkeit des Produktes erneut nachzuweisen. Staatssekretär Kelber weist darauf hin, dass der Koalitionspartner von CDU/CSU hier jedoch nicht immer der Meinung des BMJV ist.

Staatssekretär Kelber und Dr. Johannes Fechner unterstützen das Vorhaben der SHG, einen entsprechend hochrangigen Gesprächstermin beim Bundesministerium für Gesundheit zur erhalten. Hanspeter Hauke übergibt dem Parlamentarischen Staatssekretär am Ende des Gesprächs eine Dokumentation mit den wesentlichen Fakten.

Ihre abschließende Empfehlung: Das Anliegen der betroffenen Patienten auch im BMG bei Karl-Josef Laumann, Beauftragter der Bundesregierung für Patientenschutz vorzutragen und das Thema in der Öffentlichkeit präsent zu halten.

13.11.2015 MM/HH

Flyer der Selbsthilfegruppe

Hier finden Sie den Flyer der Selbsthilfegruppe zum Download. Wir freuen uns, wenn sie ihn weitergeben und uns somit bei unserer Suche nach weiteren Patienten mit einer DUROM-Metasul-LDH-Hüftprothese der Firma Zimmer unterstützen.

Gerne senden wir Ihnen bei Bedarf weitere Flyer per Post zu.

Flyer_Download