Fehlerhafte Durom-Prothese – Was wusste Zimmer Biomet?

In den Gerichtsverfahren um die Durom-Hüftprothese spielte eine entscheidende Frage eine Rolle: Was war bei der Markteinführung über Metallabrieb, Korrosion sowie die Freisetzung von Kobalt und Chrom bekannt? Und welche Erkenntnisse lagen dem Hersteller vor?

Zimmer vertrat in den Verfahren die Auffassung, die später aufgetretenen klinischen Probleme seien bei der Markteinführung nicht erkennbar gewesen. Auch ein Sachverständiger erklärte vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe, die klinischen Probleme seien aus seiner Sicht nicht vorhersehbar gewesen. Er fügte allerdings hinzu, dass sie auch nicht auszuschließen gewesen seien.

Das OLG Karlsruhe stellte jedoch anhand einer von den Beklagten selbst vorgelegten Unterlage fest, dass ihnen bereits vor der Markteinführung die Bedeutung der Ionenkonzentration und damit des Metallverlustes bekannt gewesen sei. In der damaligen Nutzen-Risiko-Betrachtung wurde der Metallionenspiegel im Blut sogar als „kritischer Aspekt“ bezeichnet.

Die Recherchen der Durom-SHG zeigen darüber hinaus: Die grundlegenden Probleme von Metallabrieb, Korrosion, Kobalt und Chrom sowie mögliche biologische Folgen waren schon Jahre vor der Markteinführung der Durom-Hüftprothese Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.

Besonders bedeutsam ist dabei, dass entsprechende Fragestellungen nicht nur in der allgemeinen Fachliteratur untersucht wurden. Sie waren auch Gegenstand von Veröffentlichungen und Forschungsarbeiten aus dem wissenschaftlich-technischen Umfeld von Metasul, Sulzer und später Zimmer (Chronologie der Übernahmen).

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Von Sulzer zu Zimmer Biomet: Die Unternehmensgeschichte hinter der Durom-Hüftprothese

Die Geschichte der Durom-Hüftprothese lässt sich nicht losgelöst von der Entwicklung der Unternehmen betrachten, aus denen der heutige Hersteller Zimmer Biomet hervorgegangen ist.

Über mehrere Jahrzehnte wurden die Schweizer Orthopädieaktivitäten durch Fusionen, Umstrukturierungen, Umbenennungen, Abspaltungen und Übernahmen weitergeführt. Für die historische Einordnung der Durom-Hüftprothese ist insbesondere die Entwicklung von Sulzer Orthopedics über Sulzer Medica und Centerpulse bis zu Zimmer und schließlich Zimmer Biomet von Bedeutung.

Chronologie der Unternehmensentwicklung

1963 – Sulzer AG, Winterthur
Sulzer steigt in die Medizintechnik ein und beginnt mit der Entwicklung und Herstellung orthopädischer Implantate.

1988 – Übernahme von Allo Pro AG und Protek AG
Sulzer übernimmt mit Allo Pro und Protek zwei bedeutende Unternehmen im Bereich der Hüft- und Knieimplantate. Damit wird die Grundlage für einen zunehmend integrierten Orthopädiebereich geschaffen.

1991 – Gründung der Sulzer Medizinaltechnik AG
Im Rahmen einer Konzernreorganisation werden die medizinischen Aktivitäten neu organisiert. Die Sulzer Medizinaltechnik AG entsteht.

April 1996 – Fusion zu Sulzer Orthopedics
Allo Pro AG, Sulzer Medizinaltechnik AG und Protek AG werden zusammengeführt. Aus der Fusion entsteht Sulzer Orthopedics Ltd.

1997 – Sulzer Medica
Im Zusammenhang mit der weiteren Konzernentwicklung und dem Börsengang wird Sulzer Orthopedics in Sulzer Medica Ltd. umbenannt. Sulzer bringt zunächst einen Minderheitsanteil an die Börse und hält weiterhin die Mehrheit.

2001 – Abspaltung von Sulzer
Sulzer und Sulzer Medica werden vollständig voneinander getrennt. Sulzer Medica wird damit zu einem eigenständigen Unternehmen.

17. Mai 2002 – Centerpulse
Die Hauptversammlung beschließt die Umbenennung von Sulzer Medica in Centerpulse.

2003 – Übernahme durch Zimmer
Nach einem Übernahmekampf mit Smith & Nephew setzt sich Zimmer durch und übernimmt Centerpulse. Damit gelangen die ehemaligen Sulzer-Orthopädieaktivitäten unter das Dach von Zimmer.

2015 – Zimmer + Biomet = Zimmer Biomet
Zimmer übernimmt Biomet. Aus dem Zusammenschluss entsteht Zimmer Biomet Holdings, Inc.

Heute – Zimmer Biomet
Die historische Entwicklung der Schweizer Orthopädieaktivitäten führt damit von Sulzer über Sulzer Orthopedics, Sulzer Medica und Centerpulse zu Zimmer und schließlich zu Zimmer Biomet.

Die Entwicklung auf einen Blick

Sulzer AG
↓
Allo Pro / Protek / Sulzer Medizinaltechnik
↓
Sulzer Orthopedics
↓
Sulzer Medica
↓
Centerpulse
↓
Zimmer
↓
Zimmer Biomet

Warum diese Unternehmensgeschichte relevant ist

Diese Chronologie zeigt, dass die Geschichte der betreffenden Orthopädieaktivitäten über Jahrzehnte durch strukturelle Veränderungen geprägt war. Unternehmen wurden zusammengeführt, umbenannt, abgespalten und schließlich übernommen.

Für die historische Betrachtung der Durom-Hüftprothese ist deshalb entscheidend, die Entwicklung der jeweiligen Unternehmen und ihrer Produkte zeitlich korrekt zuzuordnen.

Dabei bedeutet die Unternehmensnachfolge nicht automatisch, dass jede spätere Gesellschaft für sämtliche Verpflichtungen eines früheren Unternehmens rechtlich haftet. Ob und in welchem Umfang eine Rechtsnachfolge oder eine Haftung besteht, ist eine eigenständige juristische Frage und muss anhand der jeweiligen Übernahme- und Unternehmensstrukturen geprüft werden.

Historisch lässt sich die Entwicklung der Schweizer Orthopädieaktivitäten jedoch eindeutig als Unternehmenslinie nachvollziehen:

Sulzer → Sulzer Orthopedics → Sulzer Medica → Centerpulse → Zimmer → Zimmer Biomet.

Diese Entwicklung ist ein wichtiger Bestandteil der Geschichte der Durom-Hüftprothese und sollte bei einer umfassenden Betrachtung ihrer Entstehung, Vermarktung und späteren Probleme berücksichtigt werden.

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Schmerzen wegen Durom-Hüftprothese

Lebenslange Schmerzen sind furchtbar. Manche Menschen kommen aber mit Schmerzen besser zurecht als andere. Das ist auch bei den Durom-Patienten der Fall. Viele leiden an den Folgen der fehlerhaften Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese der Firma Zimmer Biomet. Doch nicht alle sind durch Schmerzen so eingeschränkt, dass sie ihren Alltag nicht mehr alleine bewerkstelligen können.

Warum ist das so? Die Stärke eines Schmerzes hängt nicht allein davon ab, was im Gelenk oder im umliegenden Gewebe passiert. Auch das Nervensystem, frühere Erfahrungen mit Schmerzen, Stress, Hormone und die persönliche Lebenssituation haben Einfluss darauf, wie Schmerzen wahrgenommen werden.

Das heißt allerdings nicht, dass Schmerzen „nur im Kopf“ entstehen. Schmerzen sind real. Gerade bei Patienten mit einer Durom-Hüftprothese ist es wichtig, zwischen der Ursache des Schmerzes und seiner individuellen Wahrnehmung zu unterscheiden.

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Giftiges Chrom und Kobalt im Blut

Bei Patientinnen und Patienten mit einer Durom-Hüftprothese können durch Metallabrieb erhöhte Chrom- und Kobaltwerte im Blut auftreten. Um den vergifteten Chrom- und Kobaltabrieb der Durom-Hüftprothese aus dem Körper zu bekommen, kann eine Ausleitungstherapie in Frage kommen. Die Behandlung sollte durch einen erfahrenen Facharzt erfolgen.

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Metallabrieb verhindert Knochenbildung

Metall-auf-Metall-Hüftprothesen haben einen entscheidenden Nachteil: Durch Abrieb werden Kobalt und Chrom freigesetzt. Diese Metalle können nicht nur Entzündungen und andere Folgeerkrankungen auslösen. Sie können auch die natürliche Regeneration des Knochens beeinträchtigen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschungsgruppe der Charité Berlin. Die Studie wurde 2016 in der Fachzeitschrift Biomaterials veröffentlicht.

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Diese Kliniken erhielten Durom-Prothesen

Die Durom-Selbsthilfegruppe (Durom-SHG) setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Kliniken, die das inzwischen als fehlerhaft erkannte Durom-Metsaul-LDH-Hüftprothesenmodell bekommen und somit wohl auch in Patienten implantiert haben, offiziell über die Fehlerhaftigkeit der Prothese informiert werden. Denn auch heute noch melden sich ahnungslose Betroffene mit typischen Symptomen, die durch den giftigen Abrieb der Metall-auf-Metall (MoM) Durom-Prothese von Zimmer Biomet verursacht werden. Erst von der Durom-SHG erfahren sie die Ursache ihrer Leiden und erhalten Hinweise, wie sie damit umgehen können. Das ist ein Skandal!

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Duromprothese ist eine Fehlkonstruktion

Mögliche Ursachen der Fehlerhaftigkeit der Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese diskutierte der SHG-Vorstand mit Sachverständigen und Anwälten. Zur Sprache kamen physikalische, metallurgische, medizinische und mechanische Zusammenhänge der Metall-auf-Metall Hüftprothese.

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Umfrage 2023 zu BGH-Beschluss

Zimmer Biomet muss einem Durom-Patienten nun 25.000.- EUR Schmerzensgeld plus Zinsen zahlen. Dier Umfrage prüft, wer nun auch Anspruch auf Zahlungen hat.

Menschenverachtende Manager

Schädigung durch Durom-Hüftprothese

Schädigungen durch Durom-Hüftprothese

Bei Medizinprodukten wie Hüftprothesen scheinen Menschenrechte außer Kraft gesetzt. Menschenverachtende Manager machen Moneten und große Gewinne – auf der Strecke bleiben Produktsicherheit und Patienten! Denn getestet werden neue Entwicklungen oft nicht wie vorgeschrieben in überwachten klinischen Tests. Sie werden nach einer „firmeninternen Risikoanalyse“ (Zitat Harald Meyer, 2010 bei Zimmer Biomet) praktisch ohne Kontrollen auf den Markt gebracht. Ob sie funktionieren sollen die Operateure dann feststellen, wenn sie das Produkt in Patienten implantieren. Für die Erfahrungsberichte an den Hersteller werden diese reichlich entlohnt. Bei Medizinprodukten geht es um Gewinnmaximierung auch auf Kosten der Gesundheit von Patienten.

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Durom-SHG trifft Zimmer-Vertreter

Das Treffen der Durom-SHG mit Zimmer sollte die Ursachen des Versagens der Durom-Prothese klären. Doch Zimmer behauptet: der Fehler liegt beim Krankenhaus.