Durom: Ursachen der Fehlerhaftigkeit

Über mögliche Ursachen der Fehlerhaftigkeit der Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese berichtete Thomas Berthold vom SHG-Vorstand. In seinen Ausführungen ging er sowohl auf die physikalischen und mechanischen Grundlagen einer Metall-auf-Metall Hüftprothese ein als auch auf die chemisch-metallurgischen Reaktionen im Körper.

Fehlerhafte Einbauanleitung

Nach neueren Erkenntnissen entstehen die Probleme mit der Durom-Metasul-LDH-Hüftprothesenmodells der Firma Zimmer, weil der Hersteller die entstehenden Kräfte und damit das Gefahrenpotenzial des entstehenden Abriebs ignorierte. Untersuchungen, die  vor Markteinführung hätten durchgeführt werden müssen und hätten durchgeführt werden können, wurden  unterlassen. Auch eigentlich vorgeschriebene klinische Tests führte  Zimmer Biomet nicht durch.

Zimmer Biomet ließ Ärzte im Regen stehen

Operierende Ärzte wurden mit einer nicht umzusetzenden Einbauanleitung allein gelassen. Sie sollten ohne weiteren Angaben entscheiden, was unter einem „kräftigen Schlag“, mit dem die Prothese im Körper des Patienten zusammen gefügt werden sollte, zu verstehen ist. In der Regel war es nicht möglich, den inzwischen auf Grund der gerichtlichen Verfahren vorliegenden Wert des „kräftigen Schlages“ von 7 Newton Pond zu realisieren ohne den Oberschenkelknochen des Patienten zu sprengen. Somit konnte die Prothese nicht stabil zusammengefügt werden, was zu Mikrobewegungen und zum Metallabrieb führt, der die Patienten vergiftete.

Sorglose Markteinführung der Durom-Prothese

Die Prothese kam 2003 auf den deutschen und europäischen Markt. Schon kurze Zeit danach wurde festgestellt, dass das Modell nicht funktionierte. Patienten klagten über große Schmerzen, knarrende und quietschende Geräusche beim Gehen und Bewegungseinschränkungen. Die Probleme häuften sich so dass Das Krankenhaus alle Patienten zur Nachuntersuchung aufforderte. Ab 2009 dann führten die festgestellten Osteolysen, Metallosen und nekrotisches Gewebe bei den Betroffenen zu Re-Operationen. Ausgelöst wurden die gesundheitlichen Probleme durch einen erhöhten und besonders aggressiven Metallabrieb, der durch die fehlerhafte Konstruktion der Durom-Hüfte verursacht worden war.

Weitere Informationen

Trotz der eindeutigen medizinischen Befunde und der inzwischen vorliegenden Urteile von Landgericht- und Oberlandesgerichten  ist die Schweizer Herstellerfirma Zimmer immer noch nicht bereit, die Verantwortung für die entstandenen Schäden zu übernehmen. Sie zieht die Verfahren in Länge, klagt die Verfahren durch alle Instanzen und hofft so vermutlich, die betroffenen Patienten finanziell und psychisch auslaugen zu können. Einige Betroffen sind zwischenzeitlich verstorben. Auch die biologische Lösung scheint Teil der Zimmer Strategie zu sein.

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