Prozessfinanzierer – Kein Kostenrisiko für Patienten mehr?

Vor einer möglichen Klage gegen den Hersteller Zimmer/DePuy oder die Ärzte bzw. das Krankenhaus schrecken betroffene Patienten wegen des Kostenrisikos oft zurück. Denn neben den Kosten für die medizinischen und psychologischen Folgen einer Re-Operation müssen Patienten zur Durchsetzung ihrer Ansprüche zunächst das volle Kostenrisiko tragen. Selten wurde deutlicher wie weit “Recht haben” und “Recht bekommen” auseinander liegen können in unserem Rechtsstaat. Lösen Prozess(kosten)finanzierer oder die Prozesskostenhilfe das Problem?

Ein Prozessfinanzierer übernimmt die notwendigen Kosten einer außergerichtlichen oder gerichtlichen Klärung der Patientenansprüche. Oft jedoch erst ab einem gewissen Streitwert, der von Finanzierer zu Finanzierer variieren kann. Bei den größerer und bekannteren Anbietern liegt der Mindeststreitwert bei ca. 50.000 EURO.

Für die Übernahme des Prozesskostenrisikos lässt sich der Finanzierer im Erfolgsfall einen bestimmten Prozentsatz des erstrittenen Betrages  auszahlen. Diese sogenannte Beteiligungsquote hängt ab vom Risiko, das der Finanzierer übernimmt, und beginnt bei geringem Risiko, das heißt, bei einfachem Sachverhalt (z.B. keine teuren Gutachter erforderlich, etc.) und bei sehr guten Erfolgsaussichten, die gerichtliche Auseinandersetzung zu gewinnen,  bei 10% der erstrittenen Summe.

Möchte ein Patient mit einem Prozessfinanzierer gegen Hersteller der Hüftprothese und/oder das Krankenhaus vorgehen, wählt er ein Unternehmen aus und stellt dort den entsprechenden Antrag. Außerdem muss er dem Unternehmen alle Unterlagen seines Falles zur Prüfung vorlegen. Erst wenn die Erfolgschancen auf Grund der Unterlagen vom Unternehmen positiv beurteilt werden, teilt es die Bedingungen mit, zu denen das Risiko übernommen würde.

Übernimmt der Finanzierer das Risiko, die gerichtliche Auseinandersetzung wird jedoch trotzdem verloren, bezahlt der Finanzierer die entstandenen Kosten. Zum Beispiel:

Der Patient hätte in diesem Fall keine finanziellen Belastungen aus der gerichtlichen Auseinandersetzung.

Hier nun eine Liste möglicher Prozesskostenfinanzierer, Liste als .pdf

Eine weitere Möglichkeit, einen Prozess ohne finanzielles Risiko auf den Weg zu bringen, ist, bei Beachtung bestimmter Einkommensgrenzen, die Prozesskostenhilfe.

Eine weitere Möglichkeit ist das Medizinrechts-Beratungsnetz. Es bietet ratsuchende Patienten einen für sie kostenlosen juristischen Orientierungsgespräch mit einem der Vertrauensanwälte des Medizinrechtsanwälte e.V. Patienten, die ein juristisches Problem im Bereich Medizin oder Gesundheit haben, können beim Medizinrechts-Beratungsnetz einen Beratungsschein anfordern und dann einen Termin mit einem der Spezialisten für Medizinrecht vereinbaren.

 

http://www.medizinrechts-beratungsnetz.de/

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