M6-C-Prothese: Kanzlei für Betroffene
Die britische Anwaltskanzlei Leigh Day zählt zu den renommiertesten Kanzleien des Landes, wenn es um Klagen gegen Unternehmen und öffentliche Einrichtungen geht. Bekannt wurde sie unter anderem durch Verfahren im Bereich der Menschenrechte, des Umweltrechts sowie bei medizinischen Behandlungsfehlern und fehlerhaften Medizinprodukten. Die Kanzlei vertritt ausschließlich die Klägerseite.
Der Hauptsitz befindet sich in London (Panagram, 27 Goswell Road, EC1M 7AJ), ein weiteres großes Büro gibt es in Manchester. Leigh Day ist telefonisch unter +44 20 7650 1200 oder per E-Mail an postbox@leighday.co.uk erreichbar.
Zu den Schwerpunkten der Kanzlei gehören Personenschäden, Produkthaftung, Sammelklagen, Arbeitsrecht und internationale Menschenrechtsverfahren. Viele Mandate werden auf Grundlage einer sogenannten „No Win, No Fee“-Vereinbarung übernommen. Für Mandanten steht außerdem eine App (App Store , Google Play) zur Verfügung, über die Dokumente eingesehen und der Kontakt mit den Anwälten geführt werden kann.
Mögliche Schadensersatzansprüche wegen der M6-C-Prothese
Derzeit untersucht Leigh Day mögliche Schadensersatzansprüche von Patienten, denen seit 2019 eine M6-C-Halswirbelscheibenprothese implantiert wurde und bei denen später Komplikationen aufgetreten sind. Anlass sind zahlreiche internationale Berichte sowie Sicherheitswarnungen mehrerer Aufsichtsbehörden.
Die von Orthofix hergestellte M6-C-Prothese wurde entwickelt, um verschlissene Bandscheiben der Halswirbelsäule zu ersetzen. Ziel war es, die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu erhalten und eine Versteifungsoperation zu vermeiden.
Bereits im Jahr 2020 warnte die australische Arzneimittel- und Medizinproduktebehörde vor möglichen Risiken. Sie verwies darauf, dass über die langfristigen Folgen eines Knochenabbaus rund um das Implantat (periprothetische Osteolyse) noch zu wenig bekannt sei und empfahl eine dauerhafte ärztliche Nachkontrolle aller Patienten.
Auch die britische Arzneimittelbehörde MHRA veröffentlichte im Januar 2026 eine Sicherheitsmitteilung. Hintergrund waren zunehmende Meldungen über schwerwiegende Komplikationen wie fortschreitenden Knochenabbau, Lockerungen oder Versagen des Implantats sowie die Notwendigkeit aufwendiger Revisionsoperationen. Die britischen Krankenhäuser wurden daraufhin verpflichtet, alle Patienten mit einer M6-C-Prothese zu ermitteln, sie zu informieren und langfristig medizinisch zu überwachen.
Bereits zuvor hatte Orthofix angekündigt, die Produktion der M6-C-Prothese einzustellen. Das Unternehmen begründete diesen Schritt im Februar 2025 mit einer strategischen Neuausrichtung.
Wissenschaftliche Untersuchungen
Auch wissenschaftliche Studien haben sich inzwischen mit den Ursachen der Komplikationen beschäftigt. Forscher gehen davon aus, dass kleinste Abriebpartikel des Implantats Entzündungsreaktionen auslösen können. Diese können wiederum zu einem fortschreitenden Abbau des umgebenden Knochens führen. Die Folgen reichen von einer Lockerung des Implantats bis hin zu neurologischen Beschwerden. Problematisch ist dabei, dass sich diese Veränderungen häufig über längere Zeit entwickeln und zunächst kaum Beschwerden verursachen.
Eine Auswertung der amerikanischen MAUDE-Datenbank aus dem Jahr 2025 untermauert diese Einschätzung. Dort wurden für die M6-C-Prothese 138 Fälle von Osteolyse registriert. Mit einer gemeldeten Osteolyserate von 36,2 Prozent lag das Implantat deutlich über den Vergleichswerten anderer gebräuchlicher Halswirbelscheibenprothesen. Die Autoren der Studie sprechen deshalb von erheblichen Bedenken hinsichtlich eines möglichen Zusammenhangs zwischen der M6-C-Prothese und dem Auftreten von Osteolyse.
Worauf Betroffene achten sollten
Patienten mit einer M6-C-Prothese sollten ärztlichen Rat einholen, wenn zunehmende Nackenschmerzen, Schmerzen oder Kribbeln in den Armen, Muskelschwäche oder Gleichgewichtsstörungen auftreten.
Aber auch beschwerdefreie Patienten sollten die von ihren Kliniken angebotenen Kontrolluntersuchungen wahrnehmen. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand können sich Komplikationen schleichend entwickeln und zunächst unbemerkt bleiben.
Kontakt: bonnkirch@durom-hueftprobleme.de

Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!