Kassen einigen sich mit DePuy

Erstmals haben alle gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland gemeinsam mit dem Hersteller von Hüftendoprothesensystemen DePuy eine Vereinbarung geschlossen, durch die die Kostenerstattung für die Kassen in Folge eines Produktrückrufes vereinfacht wird. Der Produktrückruf war nötig geworden, nachdem festgestellt worden war, dass das ASR-Hüftgelenksysteme von DePuy gehäuft zu Wechseloperationen geführt hat. DePuy nahm seine ASR-Hüftgelenke daraufhin vom Markt (Quelle)

Geld für die Krankenkassen

Offensichtlich haben die Krankenkassen bei der Vereinbarung mit DePuy nur ihr eigenes Interesse im Blick gehabt. Ihnen entstehen durch die Re-Operationen und die Behandlungen der betroffenen Patienten zusätzliche Kosten in Millionenhöhe. Logisch, dass diese Kosten nicht der Solidargemeinschaft der Versicherten aufgebürdet werden darf. Deshalb ist der Deal notwendig und selbstverständlich. Doch warum haben die Kassen nicht auch eine Vereinbarung für die betroffenen Patienten abgeschlossen? Wieso werden die Patienten von den Kassen ignoriert? Scheinheilig klingt die Behauptung, man werde Betroffene bei der Wahrnehmung ihrer Patientenrechte unterstützen. Nichtssagender und unverbindlicher kann so ein „Unterstützungsangebot“ nicht formuliert werden.

Patienten gehen leer aus

In der Nachricht der Krankenkassen wird darauf hingewiesen, dass die betroffenen bei der Wahrnehmung ihrer Patientenrechte unterstützt würden. Der Durom-SHG ist jedoch kein Fall bekannt, in dem Betroffene wirklich Unterstützung erhalten hätten. Rückmeldungen von Patienten lassen jedoch eher vermuten, dass die Kassen die Interessen des Herstellers DePuy mehr im Blick hat als den Patienten zu Gerechtigkeit wegen der fehlerhaften Hüftprothese zu verhelfen. Betroffene, die sich mit der Bitte um Hilfe an die Kassen gewandt haben, wurden mit gerichtlich unbrauchbaren Pseudo-Attesten und zeitaufwändigen bürokratischen Hürden lahm gelegt. Die Frage muss gestellt werden, ob die Verhinderung von Patienten-Ansprüchen gegen DePuy nicht Teil des Deals zwischen Krankenkassen und DePuy war.

Durom-SHG blitzte bei den Kassen ab

Bereits 2011 hatte die Durom-SHG Kontakt zu den großen gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Der Vorschlag, dass Patienten und Kassen gemeinsam gegen die Hersteller der fehlerhaften Hüftprothesen vorgehen, wurde arrogant zurückgewiesen. „Wir warten erst einmal ab, was die Patienten erreichen“, so die endgültige Absage an eine Zusammenarbeit der Barmer und Gmünder Ersatzkassen.

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