Der Hüftskandal mit DePuy und Durom Hüftprothesen weitet sich aus

Immer größere Kreise zieht der Skandal um schadhafte Hüftprothesen der Firmen Zimmer und DePuy. Im Spiegel 16/2011 wird von 5.500 DePuy Patienten gesprochen, die allein in Deutschland wegen ihrer Hüftprothese unter erhöhtem Metallabrieb leiden. ALleine in Freiburg wurden über 900 Patienten eine der Durom-Metasul-LDH-Hüftprothesen der Firma Zimmer Biomet implantiert. Nach Aussage von Dr. Rütschi, Chefarzt des Loretto Krankenhauses in Freiburg, sind die Prothesenmodelle von DePuy und Zimmer baugleich. Bei beiden entsteht gefährlich viel Metallabrieb, der den Patienten vergiftet und zu einer vorzeitigen Re-Operation führt. Bei beiden Modellen klagen Betroffene über die gleichen gesundheitlichen Beschwerden.

Unter der Überschrift „Giftige Geschäfte“ schreibt „Der Spiegel“, dass allein in Deutschland über 5.500 Patienten betroffen sind und inzwischen tausende dieser giftigen Prothesen wieder herausoperiert wurden. Das weltweit vertriebene Medizinprodukt wurde bereits früher in Australien auffällig. DePuy nahm es deshalb bereits 2009 vom australischen Markt. Warum das Modell nicht sofort weltweit vom Markt genommen wurde, ist unerklärlich.  Inzwischen gibt es Hinweise, dass wirtschaftliche Überlegungen in der Führungsetage von DePuy dazu geführt haben, das ASR-Prothesenmodell auch nach Vorliegen eindeutiger Hinweise auf die Gefährlichkeit des Modells, weiter implantiert wurde. Eine unrühmliche führende Rolle scheint nach Berichten der Saarbrücker Zeitung in diesem Skandal das Püttlinger Knappschaftskrankenhaus zu spielen.

Tausende von Patienten, die nach 2009 in Deutschland eine künstliche Hüfte bekamen, erhielten noch das fehlerhafte Prothesenmodell von De Puy. Ein Skandal im Skandal. Inzwischen laufen wie gegen die Firma Zimmer auch die ersten Klagen gegen DePuy, einem Tochterunternehmen von Johnson & Johnson. Da es in Deutschland jedoch keine Möglichkeit einer Sammelklage gibt, muss jeder einzelne Betroffen sein Recht vor Gericht erstreiten. Und das ist bei der schwierigen Beweislage eine empörende Benachteiligung und weitere Bestrafung der betroffenen Patienten. Außerdem, und das ist eine Ungeheuerlichkeit, scheint sich DePuy in aller Stille auf Kosten der Patienten, die leer ausgehen sollen, mit den Krankenkassen einigen zu wollen. Ein Vorgang, der unbedingt verhindert werden muss!

Saarländisches Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz auf Seiten von DePuy

Gegen die Interessen der von der fehlerhaften DePuy ASR Hüftprothese betroffene Patienten stellte sich das saarländische Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz, das für die Überwachung von Medizinprodukten im Saarland zuständig ist. In unverantwortlicher Weise spielte das Amt dem Hersteller in die Karten und verweigerte den Rückruf der fehlerhaften Prothese. Das Amt hat nun zu verantworten, dass die ASR-Hüftprothese auch dann noch in Patienten implantiert wurde, nachdem bereits hinlänglich bekannt war, dass sie eine Gefahr für Leib und Leben darstellen (Quelle).

18 Kommentare
  1. fröhlich
    fröhlich sagte:

    hallo guten morgen, ich hatte 2008 auch eine hüftop gehabt seitdem habe ich probleme.ich laufe noch immer an einer stütze aller 2bis 3wochen habe ich solche grossen schmerzen im bein und kann 3bis 4tage nicht mehr richtig laufen.ich höre seit 2008 auch immer schlechter und auch das sehen ist schlechter gewurden.ja was soll ich tun?mein arzt ist ein sehr guter arzt.ich habe gestern spiegel tv gesehen.lg. A.F.

    Antworten
  2. Pxxx Brigitte
    Pxxx Brigitte sagte:

    Hallo,
    mir wurde 05/2006 im Winterberg-Klinikum Saarbrücken eine Hüft-Tep,
    ASR System der Firma Zimmer links eingesetzt.
    Ich habe vor kurzem das Winterberg-Klinikum deshalb angeschrieben
    und man hat mir eine kostenlose Untersuchung der Hüfte (Röntgen,
    Sonographie und Blutentnahme durch Herrn Prof. Harland angeboten,
    die ich auch machen werde. Ein Termin wird mir noch mitgeteilt.
    Mit freundlichen Grüßen
    B.P.

    Antworten
  3. Internetuser
    Internetuser sagte:

    hallo ich steh auch vor einer Operation ..Es tut mir für die Leute die De Puy Prothese haben richtig leid und wünsche allen dass es trotz allem gut verläuft..ich werde auf jeden Fall darauf achten welcher Hersteller bei mir zum Einsatz kommt

    Antworten
  4. Kxxx Hanne
    Kxxx Hanne sagte:

    Hallo,
    auch ich (58 Jahre alt) habe im Dez 2005 ein solche Hüfte in einem Siegener Krankenhaus eingesetzt bekommen. In 2008 hatte ich eine Luxation wo unter Narkose das Gelenk wieder eingerenkt wurde. Die Hüfte knarzt von Anfang an gelegentlich. Schmerzen habe ich keine, aber Angst, dass irgendetwas nicht in Ordnung sein könnte. Eine Nachuntersuchung hat vor kurzem durch den operierenten Dr. stattgefunden. Bei der Nachuntersuchung wurde nur geröngt, hätte da nicht auch ein Blutbild gemacht werden müssen? Der Dr. sagte es sein alles in Ordnung – ich bin aber jedoch sehr beunruhigt. Was kann ich tun um mir Gewissheit zu beschaffen, kann ich die Röntgenbilder anfordern und mir eine unabhängige Meinung einholen?

    Für eine baldige Antort bin ich dankbar, da zum April eine berufliche Veränderung ansteht.

    Viele Grüße aus Siegen

    Hanne Kxxx

    Antworten
    • admin
      admin sagte:

      Liebe Frau Kxxx,

      aus Ihrer Anfrage geht nicht hervor, welchen Prothesentyp Sie implantiert bekommen haben. Deshalb können wir hierzu leider nichts sagen.
      Ein Blutbild wird in der Regel nur auf Anforderung des Patienten gemacht. Sie müssen also von Ihrem Chirurgen verlangen, ein solches zu veranlassen. Weigert er sich, können Sie zu Ihrem Hausarzt gehen und ihn darum bitten. Achten Sie bei der Blutentnahme darauf, dass keine Metallnadeln, sondern Glasnadeln verwendet werden, da das Material der Nadel die Ergebnisse verfälschen könnte.
      Die Röntgenbilder gehören grundsätzlich Ihnen und der Arzt kann die Herausgabe nicht verweigern. Mit Ihren Bildern können Sie sich dann eine zweite Meinung einholen.

      Herzliche Grüße und alles Gute

      Hanspeter Hauke
      Vorsitzender Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese e.V.

      Antworten
  5. denise mixxx
    denise mixxx sagte:

    Hallo,
    Ich habe im July 2006 eine Hüftprothese der Firma DePuy bekommen. Mitte 2010 wurde ich in die Klinik, wo ich operiert wurde, bestellt, mit der Nachricht, dass diese Prothese Metallabrieb und erhöhte Metallwerte im Blut verursacht. Was auch die Untersuchungen ergaben. Nun knarzt diese Prothese bei jedem Schritt und letzte Woche habe ich erfahren, dass sie sich gelockert hat und mir jetzt eine neue Op bevorsteht um die Prothese auszutauschen. Damals wurde ich im Marienkrankenhaus in Kaiserswerth/Düsseldorf operiert.

    Meine Fragen: Wer hat in diesem Krankenhaus auch eine DePuy Hüftprothese bekommen, wo bekomme ich eine zweite Meinung, also wo ist der Spezialist für solche Fälle und hat bereits jemand geklagt?

    Danke

    D. Mixxx

    Antworten
  6. norbert n.
    norbert n. sagte:

    Mir wurde in 2004 eine Oberflächenprothese von DePy eingesetzt.
    Grundsätzliche Probleme habe ich mit meiner Prothese nicht.
    Die letzten bei mir gemessenen Metallwerte waren
    Kobalt 403 nmol/L und
    Chrom 252 nmol/L.
    Sei dieser Zeit habe ich sich verstärkende Hautprobleme an meinen
    Händen.
    Diese wurden noch nicht ärztlich abgeklärt.
    Sind in diesem Zusammenhang ähnliche Fälle bekannt?

    mfG

    Antworten
  7. Herbert Stxxx
    Herbert Stxxx sagte:

    moin aus Hamburg,
    Anfang November 2011 will ich mich einer Hüft-OP an der linken Hüfte unterziehen. Mein Arzt hat mir in einem ersten Gespräch mitgeteilt, dass er eine Prothese der Firma Zimmer verwenden will. Ob es eine TEP oder McMinn wird, weiß ich noch nicht. Unabhängig davon, dass ich auch den Arzt auf die von Ihnen geschilderten Probleme ansprechen werde, wüsste ich gerne, ob es inzwischen Hinweise gibt, dass die neuen Produkte der Firma Zimmer bei sachgemäßer OP einwandfrei sind.
    Mit freundlichen Grüßen
    Herbert Stxxx

    Antworten
  8. Ingeborg Sxxx
    Ingeborg Sxxx sagte:

    Ich habe 2005 eine Hüftoberflächenprothese der Firma DePuy implantiert bekommen. nach 2 Wochen luxierte die Hüftprothese, es folgte erneut eine op.In 4 Jahren luxierte sie noch 3 mal. 4 Jahre konnte ich nur mit Gehstützen laufen. 4 Jahre knackte bei jedem Schritt das Gelenk. 2 mal mußte ich als Notfallpatient wegen Blutbropleme in die Klinik. Wochenlang mußte ich danach Cortison schlucken. In dieser Zeit verlor ich meinen Arbeitsplatz und mußte mir eine andere Wohnung suchen, da ich die Treppen nicht mehr laufen konnte. Bei Ärzte fand ich kein Gehör und die Gutachter zu denen ich geschickt wurde stuften mich als arbeitsscheu ein. Nun habe ich zwar eine andere Prothese,das Blut ist ok, aber meine Lebensqalität bleibt eingeschränkt. Beim Laufen habe ich defizite
    und immer wieder quälen mich Schmerzen im Oberschenkel.

    Antworten
  9. Gertraud Gxxx
    Gertraud Gxxx sagte:

    Ich bin Opfer dieser Hüftimplantate von Depuy und habe letztes Jahr wegen einer Sepsis angeblich unbekannter Ursache eine dieser Hüftimplantate auswechseln müssen durch ein Implantat der gleichen Sorte und habe ebenfalls auf der anderen Seite ein ebensolches Implantat.

    wie kann ich Mitglied dieser Selbsthilfegruppe werden und welcher Fachanwalt in der Nähe von Schalksmühle oder Hagen/Dortmund ist bekannt?

    Mit freundlichen Grüßen

    Gertraud Gxxx

    Antworten
    • admin
      admin sagte:

      Sehr geehrte Frau Gxxx,

      mit Bedauern habe ich gelesen, dass auch Sie zu den betroffenen Patienten gehören und würden uns freuen, Sie als Mitglied unserer Selbsthilfegruppe unterstützen zu können. Die Beitrittserklärung finden Sie unter: https://www.durom-hueftprobleme.de/selbsthilfegruppe-durom-metasul-hufte

      Leider haben wir keinen Überblick, welche DePuy Patienten sich von welchen Anwälten vertreten lassen, wären aber für weitere Informationen in dieser Richtung dankbar. Auch wären wir an den im Prothesenpass angegebenen Daten interessiert. Nur mit möglichst vieler dieser Angaben können wir einen Überblick über eventuell gemeinsame Hintergründe erhalten. Bitte senden Sie und deshalb auch Ihre Daten per Fax (07641 572637) per mail (mamamber@aol.com) oder laden Sie den Fragbogen auf unserer Homepae herunter und schicken ihn uns ausgefüllt zu (https://www.durom-hueftprobleme.de/?s=umfrage&submit= ).

      Anwälte kenne wir besonders im Freiburger Raum. Die Liste finden Sie unter: https://www.durom-hueftprobleme.de/informationen-der-beteiligten/liste-der-anwalte-von-freiburger-durom-patienten#more-632 Aus Dortmund hat sich ein Anwalt bei uns gemeldet, der einen betroffenen Patienten vertritt, dessen Anschrift ich Ihnen gerne weitergebe: Anwaltsgemeinschaft Erich Bäckerling, RA Christian Koch, Fachanwalt für Medizinrecht, Telefon: 0231 590071, info@do-law.de , http://www.do-law.de

      Mit den besten Wünschen

      Hanspeter Hauke
      Vorsitzender Selbsthilfegruppe Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese e.V.

      Antworten
  10. Hannelore Mxxx
    Hannelore Mxxx sagte:

    Guten Abend, ich habe aufgrund eines Torsions-Oberschenkelbruch 2009 Dezember eine Titan-Prothese zementiert bekommen. Ständige zu ertragende Schmerzen haben sich am 30.04. schlagartig zu dramatischen Schmerzen gewandelt. Diagnose, der Schaft hat sich gelöst. Am 18.05. soll die komplette Prothese ausgewechselt werden. Jetzt meine Frage, wie kann ich erfahren, welches Produkt / Fabrikat wurde bei mir eingebaut. Habe ich ein Recht darauf, dieses schriftlich zu erhalten?
    Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe.
    MfG
    Mxxx

    Antworten
    • admin
      admin sagte:

      Sehr geehrte Frau Mxxx,

      natürlich haben Sie ein Recht darauf zu erfahren, welche Prothese Sie implantiert bekommen haben. Diese Informationen müssen jedoch auch in Ihrem Prothesenpass eingetragen sein. Sollten Sie mit den dort gemachten Einträgen nicht klar kommen, bitten Sie Ihren Arzt um Erläuterung. Sollte dies nicht weiterhelfen, schicken Sie uns eine Kopie Ihres Prothesenpasses oder füllen Sie die Umfrage auf unsere Homepage aus: https://www.durom-hueftprobleme.de/?s=umfrage&submit=

      Herzliche Grüße

      Hanspeter Hauke
      Vorsitzender Selbsthilfegruppe Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese e.V.

      Antworten
  11. Ute M.
    Ute M. sagte:

    Ich habe im November 2006, mit 39 Jahren, meine erste Durom Hüftprothese bekommen, im Februar 2008 gleich die nächste, weil sich die Pfanne gelockert hat. Heute bin ich 2 Tage aus der Klinik, weil sich auch die zweite Pfanne gelockert hat.Nun habe ich eine vollprothese. Gibt es überhaupt eine Chance diese Firma Zimmer zur rechenschaft zu ziehen?

    Antworten
  12. Rudolf K.
    Rudolf K. sagte:

    Ich bin 8 x an der linken Hüfte operiert worden wegen ständiger Schmerzen (4 mal in A-3910 Zwettl, dann 3 x im Orthop.Spital Wien Speising und zuletzt 1 x im AKH Wien, wo mir die gesamte Prothese endgültig entfernt worden ist, da ich hohes septisches Fieber bekam.
    Die verwendeten Prothesenmarken sind mir bis auf die letzte nicht bekannt.
    Gibt es in Österreich auch diverse Selbsthilfegruppen? Ich fühle mich total im Stich gelassen!
    Bitte dringend bei dxxx melden. Ich bin für jede Hilfe dankbar!
    MfG Rudolf K.

    Antworten
  13. E. Trxxx
    E. Trxxx sagte:

    Ich habe eine Prothese von De Puy und gehe in zehn Tagen zur Untersuchung (Blutbild und Röntgen). Probleme mit dem Implantat (OP war 2008) habe ich nicht – außer dass es manchmal knarzt.

    Natürlich mache ich mir trotzdem Sorgen und wüsste gerne schon mal, ob es eine Sammelklage gegen den Hersteller gibt, der ich mich ggf. anschließen könnte.

    Antworten
    • admin
      admin sagte:

      Liebe Frau Txxx,

      Sammelklagen wie in den USA gibt es in Deutschland leider nicht. Das bedeutet, dass jeder einzelne betroffene Patient einen Anwalt aufsuchen und unter Beachtung eventueller Fristen Klage einreichen muss.

      Mit herzlichen Grüßen

      Hanspeter Hauke
      Vorsitzender Selbsthilfegruppe Durom-Metasul-LDH-Hüftrothese e.V.

      Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.