Zulassungspraxis von Medizinprodukten muss verbessert werden!

Prof. Volker Ewerbeck, Direktor der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie der Stiftung Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, fordert vor der Markteinführung von Medizinprodukten wie Hüftprothesen “eine Behörde (…), die solche Medizinprodukte zulässt.” Er fordert ausserdem, dass endlich ein verpflichtendes Melderegister etabliert wird, in welchem alle relevanten Daten zusammen geführt und ausgewertet werden und alle Beteiligten verpflichtet werden, ihre Daten vollständig zu melden. “Das bestehende Meldesystem”, kritisiert Prof. Ewerbeck, “liefert leider nur eine ziemlich unsichere Datenlage, weil offensichtlich überhaupt nicht gemeldet wird.”  Er fährt fort, dass “selbst den Firmen, die eigene Auswertungen fahren, (…) vieles durch die Lappen gehen (dürfte). Wir haben da eine riesige Dunkelziffer. Ich hoffe, dass da jetzt endlich das Endoprothesenregister greifen wird.” so Prof. Ewerbeck.

Das vollständige Interview

 Quelle: Orthopädie und Unfallchirurgie aktuell, Z Orthop Unfall 2011; 149(05): 500, DOI: 10.1055/s-0031-1291993, Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York
Kommentar:
Der Forderung nach einem einheitlichen, unabhängigen und nicht von den Herstellern von Medizinprodukten finanzierten zentralen Prothesenregister kann nur zugestimmt werden. Seit Jahren weist die Selbsthilfegruppe Durom-Metasul-LDH-Hüftprothesen darauf hin, dass die seit Jahren andauernde Verschleppung der Einrichtung eines solchen Registers, Patientinnen und Patienten massiv gefährdet. Dies zeigen die Erkenntnisse aus den zentralen und unabhängigen Prothesenregistern in anderen Länder. Aus diesen Erfahrungen müssen nun endlich die auf der Hand liegenden Schlüssen gezogen werden und konkrete Schritte zur Einrichtung eines einheitlichen und zentralen Prothesenregisters in Deutschland auf den Weg gebracht werden. Wir fordern die Bunderegierung deshalb auf im Interesse eines verbesserten Paitentschutzes endlich zu handeln!
1 Kommentar
  1. Dxxx, Barbara
    Dxxx, Barbara sagte:

    Mein Ehemann hat seit 2002 und 2007 zwei Hüftprothesen. Nach Recherchen handelt es sich um Stykerprodukte, die selbstverständlich nicht (nach Auskunft des operienden Krankenhauses) schädlich sind. Unser Hausarzt lehnt eine Blutuntersuchung, auf Chrom, Kobald und Titan ab, da dieses nichts bringt (nach seinen Angaben) und eine Biopsie erfolgen muss um verwertbare Ergebnisse zu erlangen!! Meinem Mann geht es(62 Jahre) insgesamt körperlich gar nicht gut, der ganze Körper schmezt und Bewegungen werden mittlerweile
    immer schwieriger. Wir sind sehr skeptisch geworden. Über andere Erfahrungsberichte würden wir uns sehr freuen.
    Grüsse aus Köln
    Theo und Barbara Dxxx

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