Heimtückischer Metallabrieb – Wann soll mit Durom-Prothese re-operiert werden?

Die Entscheidung für oder gegen eine Revisionsoperation bei implantierter Durom-Metasul-LDH-Großkopfprothese kann sehr schwierig sein. Bei den eindeutigen Fällen sind Metallosen auf dem Röntgenbild sichtbar. Das sind kleine Löcher im Oberschenkelhalsknochen, die sich ausserhalb des großen Kugelkopfes, der sich teilweise über den Schaft im Femur spannt, sichtbar sind.Dies sind untrügliche Anzeichen, dass der Metallabrieb hier bereits zu erheblichen Schäden im Knochenmaterial geführt hat. Eine Re-Operation ist deshalb dringend angeraten.

Weniger eindeutig sind Fälle, bei denen das Röntgenbild unauffällig ist. Bei Ärzten, die mit den Besonderheiten der Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese nicht vertraut sind, fürht dies in der Regel zu der Fehleinschätzung, dass alles in Ordnung sei und der Patient keine Schmerzen haben könne. Viele Betroffene litten deshalb nicht nur unter ihren realen und nicht eingebildeten Schmerzen, sondern auch unter der oberflächlichen Diagnose vieler Ärzte. In diesen Fällen hätten Blutuntersuchungen auf Chrom und Kobalt Hinweise auf erhöhten Metallabrieb helfen und als Indiz für eine erforderliche Re-Operation dienen können.

Dann gibt es Fälle, bei denen es keinerlei Hinweise auf gesundheitliche Probleme gibt:

  • das Röntgenbild ist unauffällig,
  • Blutwerte sind normal,
  • CT und EMRI geben keine Hinweise.

Und doch leidet der Betroffene unter den typischen Anzeichen: Schmerzen in der Leiste, Druck und Schwellungen im Bereich der Hüfte, Bewegungseinschränkungen. Erst bei der Operation wird dann festgestellt, dass allen technischen Voruntersuchungen zum Trotz, eine Operation dringend angezeigt war: starker Abrieb im Bereich des Schaftkopfadapters, Osteolyse, Metallose unterhalb des Großkopfadapters, abgestorbenes und „verfaultes“ Gewebe, das entfernt werden muss und zu großflächigen Weichteildefekten führt. Niemand kann bisher erklären, warum es bei den gravierenden Befunden während der Operation keine Anzeichen im Vorfeld gibt. Die Erfahrungen mehrerer Betroffenen zeigen jedoch, dass man sich hier auf die Technik allein nicht verlassen kann.

5 Kommentare
  1. Kxxx Gabriele
    Kxxx Gabriele sagte:

    Guten Morgen!
    Ich habe eine Frage zu den Durom Metasul Hüftprothesen. Die Bezeichnung Durom taucht bei meiner Metasul Hüftprothese re. nirgends auf. Hersteller ist lt. Pass die Fa. Zimmer. Die Hüfte macht keine Schmerzen. Die linke Hüftprothese macht jedoch viele Beschwerden und ist lt. Pass eine Zweymüller Prothese, Inlay nicht bekannt, lt. Pass Metallsteckkopf 32mm, lt. OP-Bericht Keramiksteckkopf 28mm. Gibt es über eine solche Situation Erkenntnisse? Finde die ungleichen Angaben auch merkwürdig.
    Vielen Dank vorab und
    mit freundlichen Grüßen
    Kettern

    Antworten
    • admin
      admin sagte:

      Sehr geehrte Frau Kxxx,
      die Firma Zimmer stellt außer der Durom Pfanne eine Reihe anderer Prothesen her.
      Die Durom Pfanne wird sowohl bei dem Hüftgelenk-Oberflächenersatz wie auch bei
      der TEHP in Verbindung mit Metalsul-LDH Köpfen mit einem Außendurchmesser von
      38mm – 60mm verwendet.
      Die Ungereimtheiten bei den Angaben der Kopfgröße würde ich auf jeden Fall durch
      Nachfrage bei dem Chirurgen klären, der sie operierte.
      Die richtige Angabe sollte dann auch im Prothesenpaß stehen.
      Das Ganze zeigt, daß mit Angaben sehr ungewissenhaft umgegangen wird!

      Ich wünsche Ihnen mit Ihrer Hüftprothese noch viele schmerzfreie Jahre und
      verbleibe mit herzlichen Grüßen

      Selbsthilfegruppe Durom-Metasul-LDH-Hüftrpothesen e.V.

      Antworten
  2. Sigrid Sxxx
    Sigrid Sxxx sagte:

    Hallo Frau Kxxx,
    auch ich möchte Ihnen für die Op alles Gute wünschen. Bei mir wurde die Re-Operation Mitte März ausgeführt – es war ganz ähnlich wie bei Ihnen – große Schmerzen hatte ich nicht, aber das Röntgenbild zeigte einen fortschreitenden Knochenschwund. Nach dem Krankenhausauftenthalt durfte ich 6 Wochen nur bis 25 kg belasten anschlisßend wurde mir eine Reha angeboten, die ich aber nicht angetreten habe. Die erste Zeit zu Hause ging nur deshalb gut, weil sich meine Familie sehr gut um mich kümmern konnte. Man muss bedenken, dass man mit 2 Gehhilfen nichts tragen kann außer man kann es in einem Rucksack befördern. Das Treppensteigen ging langsam aber ganz gut – es wird auch im Krankenhaus geübt.Zudem hatte ich eine sehr gute Betreuung durch die Krankengymnastin, die 2 x die Woche zu mir nach Hause kam. Ein Tipp: informieren Sie sich jetzt schon mal über Termine und Möglichkeiten der Hausbesuche bei Ihrer Physiotherapie-Praxis.Zur Erleichterung haben wir das Bett und die Couch erhöht und in jedem Zimmer Getränke deponiert, damit ich diese nicht tragen mußte. Nach 7 Wochen Arbeitsunfähigkeit habe ich dann meine Halbtagsstelle im Büro wieder aufgenommen – alle haben mich unterstützt und Rücksicht genommen und waren auch froh,dass ich wieder da war. Das war für mich heilsamer wie jede Reha -auch weil ich erst 2009 nach der anderen Hüft-Op in der Reha war wollte ich nicht schon wieder hin. Das jedoch muß jeder für sich selbst entscheiden.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute und grüße Sie ganz herzlich
    Sigrid Sxxx

    Antworten
  3. Kxxx Andrea
    Kxxx Andrea sagte:

    Hallo zusammen!
    Jetzt ist es auch bei mir soweit! Am 13.7. wird bei mir das fehlerhafte Gelenk wieder ausgebaut. Ich habe zwar keine großen Probleme , aber das Röntgenbild zeigt Auffälligkeiten und die Ungewissheit wird mir zu groß.
    Da man nach dieser Re-Op wohl 4-6 Wochen nicht belasten darf, stellt sich nun für mich die Frage, ob es sinnvoll ist nach dem KKH Aufenthalt gleich in die Reha zu gehen.Man kann doch dann nur einen kleinen Bruchteil der Anwendungen mitmachen.
    Andererseits stellt sich auch die Frage, wie man zu hause nach so einer Op klar kommt(Treppensteigen ect.)
    Hat jemand Informationen, was sinnvoll ist?
    ich habe ja jetzt noch etwas Zeit und wäre für Infos wirklich dankbar.
    mfg
    A.Kxxx

    Antworten
    • admin
      admin sagte:

      Liebe Frau Kxxx,

      Es war sicherlich eine schwere Entscheidung, aber die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass nicht zu lange mit einer Re-Operation gewartet werden sollte. Wir wünschen Ihnen viel Glück und einen guten Verlauf des anschließenden Heilungsprozesses.
      Die Belastung nach der Re-Operation beträgt zwischen 10 und 20 kg für 4-6 Wochen. Eine sich direkt anschließende stationäre oder ambulante Reha hat sich nicht bewährt, weil man in der Tat kaum etwas machen kann. Ruhe und private KG/Lymphdrainage hilft, die Narbe zu lockern, die Schwellungen abzubauen und das Gewebe zu entspannen. Danach kann man wie nach den vorherigen OPs eine Reha aufsuchen.
      Wenn Sie zu Hause in der Zeit nach Entlassung aus der Klinik keine Hilfe haben, wird es sehr mühsam. Das müssen Sie entscheiden, ob Sie sich das zutrauen wollen. Sollten Sie keine Hilfe zu Hause haben, sind Sie in einer stationären Reha unter Umständen besser versorgt, auch wenn Sie nicht viel für den Muskelaufbau etc. machen können.

      Bitte melden Sie sich, wenn Sie weitere Fragen haben.
      Alles Gute und herzliche Grüße

      Hanspeter Hauke
      Selbsthilfegruppe Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese e.V.

      Antworten

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