Metallionenbestimmung bei Metall – Metall Großkopfprothesen

Träger von Metall – Metall Großkopfprothesen haben eine höhere Metallbelastung als der Durchschnitt der Bevölkerung. Zum Abrieb der Kontaktflächen Kopf/Pfanne kommen, bei schlecht funktionierenden Prothesen, Korrosionsprodukte und Abrieb der Schaft – Kopfverbindung hinzu.

Um die Unsicherheit bei Patienten und Ärzten zu minimieren wurde von einem internationalen multidisziplinären Gremium, das durch die „European Federation of National Associations of Orthopaedics and Traumatology“ (EFORT), die „Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik“ (AE) und die „Deutsche Arthrosehilfe“ (DAH) unterstützt wurde, eine Empfehlungen zur Handhabung von Metall-Metall-Gleitpaarungen herausgegeben.

Die Richtlinie legt für den Kobaltgehalt im Vollblut drei Richtwerte fest:

  • Kobaltwerte kleiner 2µg/l
    werden als klinisch unbedenklich eingestuft und sind bei funktionierenden Prothesen normal.
  • Kobaltwerte größer 20µg/l
    sind deutliche Anzeichen einer nicht funktionsfähigen Prothese. „Wegen möglicher Osteolysen, Gewebsnekrosen und möglicher langfristiger Auswirkungen auf die Gesundheit sollte eine Revisionsoperation“ erwogen werden. Diese sollte aber erst nach Aussprache und einer „patientenindividueller Nutzen – Risiko – Abschätzung erfolgen.“
  • Oberhalb eines noch zu ermittelnden Schwellenwertes der zwischen 2 bis 7µg/l liegt, sollten „engmaschige“ Nachuntersuchungen (Röntgen) erfolgen. Bei pathologischen Befunden und signifikantem Anstiegen des Kobaltwertes ist ebenso an eine Revision zu denken.

Soweit die Ausführungen der Expertenkommission.
Ein sprunghafter Anstieg des Kobaltwertes sollte hinterfragt werden, vor allem wenn sonst keine klinischen Symptome vorhanden sind.
Bei der Bestimmung so kleiner Mengen kann es leicht zu Fehlern kommen. Deshalb sollte Folgendes berücksichtigt werden. Fehlerquellen bei der Metallbestimmung sind Probennahme, Aufbewahrung, Transport, Probenaufbereitung und Analysegerät (Spektrometer). Um Fehler so gering wie möglich zu halten, empfiehlt es sich die Analysen bei demselben Labor machen zu lassen und sich an deren Vorgaben zu halten.
In wieweit Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate (Vitamin B12) Einfluss auf die Ergebnisse haben ist noch nicht untersucht. Um diese Fehlerquellen auszuschalten sollte man diese Mittel eine Woche vor der Probennahme absetzen.
Es können nur Metallwerte verglichen werden, die entweder aus Vollblut oder aus Serum bestimmt wurden.
Ein über längere Zeit steigender Metallionengehalt im Blut ist ein Indiz für eine fehlerhafte Hüftprothese.

Das Labor für Biomechanik und Implantatforschung des Universitätsklinikums Heidelberg hat eine Liste der Analytiklabors in Deutschland zusammengestellt. Diese erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Vollständige Empfehlungen der Expertenkommission:

Aktuelle Konsensus-Empfehlungen zur Handhabung von Metall-Metall-Gleitpaarungen vom 16. April 2012

2 Kommentare
  1. Hartmut Txxx
    Hartmut Txxx sagte:

    Bezugnwehmewnd auf den vorangehenden Beitrag suche ich dringend Leidensgenossinnen und -genossen, deren Blutwerte, vor allem Kobalt, sich von vorausgegangenen stark unterschieden. Kontaktaufnahme ist über Tel.: 07938/660 oder per Mail kh.tiemann@t-online.de jedrzeit möglich. Ich möchte versuchen, Transparenz herzustellen, da mir die pauschale Antwort, “das liegt in ihrer Person beründet”, nicht ausreicht, da es hier mehrere Möglichkeiten gibt, die ebenso in Betracht kommen können (siehe erster Beitrag auf dieser Seite.

    Antworten
  2. Hartmut Tiemann
    Hartmut Tiemann sagte:

    Mir ist bekannt, dass in den verschiedensten Abhandlungen der Hinweis erfolgt, immer dasselbe Labor in Anspruch zu nehmen. Das mag zwar für die Lebensfähigkeit der Labore wichtig sein, aber auf keinem Fall für die eines Patienten. Wenn Laborwerte sich z. B. um mehr als 270 % unterscheiden kann ich nur empfehlen sich daran zu erinnern, dass jeder Blutwert ein Zufallsbefund ist der auch durch nicht Sach- und Fachgerechten Umgang mit den Proben, aber auch durch Schlamperei zu Stande gekommen sein kann. Mein Tipp deshalb: Bekommen sie einmal Werte zugesandt die sie schockieren und nichts mit denen, die sie in der Vergangenheit erhielten, zu tun haben, dann suchen Sie ein anderes Labor auf und ergeben sich nicht dem Schicksal.
    Für den süddeutschen Raum empfehle ich das Labor Limbach in Heidelberg, Breitspiel 17 und damit es zu keinen weiteren Überraschungen kommt, einfach selbst dort hin fahren. Man wird ihnen fachgerecht das Blut entnehmen und innerhalb weniger Tage das Ergebnis zusenden. Für einen Privatpatienten kostet das Unternehmen nicht einmal ganze 30 €. Als IGEL-Leistung für einen gesetzlich Versicherten dürfte es etwas weniger sein.

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.