Schmerzen wegen Durom-Hüftprothese

Lebenslange Schmerzen sind furchtbar. Manche Menschen kommen aber mit Schmerzen besser zurecht als andere. Das ist auch bei den Durom-Patienten der Fall. Viele leiden an den Folgen der fehlerhaften Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese der Firma Zimmer Biomet. Doch nicht alle sind durch Schmerzen so eingeschränkt, dass sie ihren Alltag nicht mehr alleine bewerkstelligen können.

Warum ist das so? Die Stärke eines Schmerzes hängt nicht allein davon ab, was im Gelenk oder im umliegenden Gewebe passiert. Auch das Nervensystem, frühere Erfahrungen mit Schmerzen, Stress, Hormone und die persönliche Lebenssituation haben Einfluss darauf, wie Schmerzen wahrgenommen werden.

Das heißt allerdings nicht, dass Schmerzen „nur im Kopf“ entstehen. Schmerzen sind real. Gerade bei Patienten mit einer Durom-Hüftprothese ist es wichtig, zwischen der Ursache des Schmerzes und seiner individuellen Wahrnehmung zu unterscheiden.

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Schmerzforschung und Durom-Prothese

Schmerzen durch die Durom-Hüftprothese. Bild: KI generiert

Die Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese der Firma Zimmer Biomet verursachte bei vielen Patienten große Schmerzen. Von einer Re-Operation hatten sie sich Erleichterung erhofft. Doch auch nach dem Ausbau der fehlerhaften Hüftprothese fragen sich DUROM-Betroffene, warum ihre Schmerzen immer noch nicht verschwunden sind. Antworten darauf sucht die moderne Schmerzforschung. Sie untersucht, wie Schmerzen entstehen, warum sie chronisch werden können und welche Behandlungsmöglichkeiten helfen, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

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Deshalb ist die Durom-Hüftprothese fehlerhaft

Die Durom-Hüftprothese ist fehlerhaft. Das lässt sich medizinisch und technisch gut begründen. Urteile von Gerichten bis hoch zum Bundesverfassungsgericht haben bestätigt, dass das Prothesenmodell von Zimmer Biomet fehlerhaft ist. Das System weist dokumentierte Risiken auf, die über normalen, unvermeidbaren Verschleiß hinausgehen und die dem Hersteller vor Markteinführung bekannt waren oder hätten bekannt sein müssen.

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Giftiges Chrom und Kobalt im Blut

Bei Patientinnen und Patienten mit einer Durom-Hüftprothese können durch Metallabrieb erhöhte Chrom- und Kobaltwerte im Blut auftreten. Um den vergifteten Chrom- und Kobaltabrieb der Durom-Hüftprothese aus dem Körper zu bekommen, kann eine Ausleitungstherapie in Frage kommen. Die Behandlung sollte durch einen erfahrenen Facharzt erfolgen.

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Metallabrieb verhindert Knochenbildung

Metall-auf-Metall-Hüftprothesen haben einen entscheidenden Nachteil: Durch Abrieb werden Kobalt und Chrom freigesetzt. Diese Metalle können nicht nur Entzündungen und andere Folgeerkrankungen auslösen. Sie können auch die natürliche Regeneration des Knochens beeinträchtigen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschungsgruppe der Charité Berlin. Die Studie wurde 2016 in der Fachzeitschrift Biomaterials veröffentlicht.

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Vorsätzliche Körperverletzung?

15. Januar 2026 / Durom von Zimmer-Biomet, Schmerzensgeld, Zulassungsverfahren

Kann das Inverkehrbringen eines fehlerhaften Medizinprodukts eine Körperverletzung darstellen?

Wenn ein Medizinproduktehersteller wie Zimmer ein Medizinprodukt auf den Markt bringt, das nicht den berechtigten Sicherheitserwartungen von Ärzten und Patienten entspricht, stellt sich eine grundlegende Frage: Kann dies den Straftatbestand der Körperverletzung erfüllen?

Und wenn der Hersteller darüber hinaus wusste oder hätte wissen müssen, dass das Produkt erhebliche Gesundheitsgefahren birgt, stellt sich eine weitere Frage: Kann daraus sogar eine strafrechtliche Verantwortlichkeit wegen vorsätzlicher Körperverletzung folgen?

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Körperverletzung durch fehlerhafte Hüftprothese?

Können Hersteller von Hüftprothesen oder Ärzte wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt werden, wenn sie eine fehlerhafte Hüftprothese auf den Markt bringen oder implantieren? Dieser Frage ging die Neue Westfälische Zeitung nach.

Die Neue Westfälische Zeitung berichtete am 06.03.2012 über Ermittlungen gegen einen leitenden Arzt des Püttlinger Knappschaftskrankenhaus. Ihm werde vorgeworfen, fehlerhafte Hüftprothesen der Firma DePuy auch dann noch implantiert zu haben, nachdem bereits bekannt war, dass diese fehlerhaft seien. Der Hersteller „DePuy Orthopaedics“ hatte für das Modell 2010 eine Rückrufaktion gestartet, nachdem bekannt geworden war, dass die Prothese bei zu vielen Patienten nach kurzer Zeit wieder ausgetauscht werden musste. Privatdozent Dr. Thomas Siebel soll an der Entwicklung der Prothesen mitgewirkt haben. Nach dem Bericht der NW ermittele die Staatsanwaltschaft Saarbrücken wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung.

„Es gibt Hinweise, dass die Schäden länger bekannt waren, die Prothesen aber weiter vertrieben wurden“,

so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, Thomas Reinhardt.

Fehlerhafte Hüftprothese wird weiter implantiert

Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im Knappschaftskrankenhauses (Stand 20.01.2026) ist nach wie vor Privatdozent Dr. Siebel.

„PD Dr. Thomas Siebel, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, ist ein überregional bekannter Operateur. Die von ihm mitentwickelten, modernsten Knie- und Hüftendoprothesen werden weltweit implantiert“

steht auf der Homepage des Krankenhauses.

Und weiter:

„Inzwischen haben wir unser Leistungsspektrum im Bereich Wirbelsäulenchirurgie weiter ausgebaut. Im Bereich Knie-Endoprothetik nutzen wir inzwischen die neueste robotikgestützte Technik mit dem Cori-System – einzigartig im Südwesten!

(Stand 20.01.2026).

Lückenhafte Kontrollen

Die ARD Sendung Panorama berichtete am 23.06.2015 um 21:15 Uhr unter dem Titel „Skandal um giftige Hüftprothesen“ über das fehlerhafte Prothesenmodell von DePuy. Auf der Webseite zur Sendung steht:

„Obwohl Hüftprothesen aus Metall krebserregende Gifte absonderten, hielten sich einige Produkte lange auf dem Markt. Vorwürfe richten sich gegen den Hersteller – und ein lückenhaftes Kontrollsystem“.

Hersteller wusste von Fehlerhaftigkeit

In der Sendung werden die Folgen der fehlerhaften Prothese beschrieben: Knochenschäden, Nekrosen und Tumore. Verursacht werden die gesundheitlichen Probleme durch erhöhten Abrieb von Chrom, Kobalt und Titan. Nicht nur gegen den Arzt des Püttlinger Kanppschaftskrankenhauses wurde von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt, sondern auch gegen den Geschäftsführer des Vertreibers im Saarland wegen „Inverkehrbringen gesundheitsgefährdender Medizinprodukte.“ In den Informationen des NDR zur Sendung steht:

„Die Strafverfolger werfen dem Vertreiber der künstlichen Metallhüften vor, von den Problemen gewusst und die Produkte dennoch weiter in Deutschland verkauft zu haben. Statistiken in Australien etwa hätten gezeigt, dass die Depuy-Prothesen seit 2005 eine „Revisionsrate über dem Durchschnitt“ aufwiesen.“

Nach Rechtsanwalt Jörg Heynemann aus Berlin, der viele der betroffenen DePuy Geschädigten vertritt, hätte das Produkt spätestens 2007 in Deutschland vom Markt genommen werden müssen. Aber erst 2010 startete DePuy einen „Rückruf“ in Deutschland. Dr. Siebel soll die fragliche Prothese noch länger in Patienten implantiert haben.

Warum wurde das Verfahren inzwischen eingestellt?

Wie die Volljuristin/Compliance-Beauftragte der Stabsstelle Recht und Compliance des Püttlinger Krankenhauses am 01.07.2024 mitteilt, wurde das Verfahren gegen den Chefarzt inzwischen eingestellt. Die Gründe der Einstellung werden nicht genannt.

Diese Kliniken erhielten Durom-Prothesen

Die Durom-Selbsthilfegruppe (Durom-SHG) setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Kliniken, die das inzwischen als fehlerhaft erkannte Durom-Metsaul-LDH-Hüftprothesenmodell bekommen und somit wohl auch in Patienten implantiert haben, offiziell über die Fehlerhaftigkeit der Prothese informiert werden. Denn auch heute noch melden sich ahnungslose Betroffene mit typischen Symptomen, die durch den giftigen Abrieb der Metall-auf-Metall (MoM) Durom-Prothese von Zimmer Biomet verursacht werden. Erst von der Durom-SHG erfahren sie die Ursache ihrer Leiden und erhalten Hinweise, wie sie damit umgehen können. Das ist ein Skandal!

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Duromprothese ist eine Fehlkonstruktion

Mögliche Ursachen der Fehlerhaftigkeit der Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese diskutierte der SHG-Vorstand mit Sachverständigen und Anwälten. Zur Sprache kamen physikalische, metallurgische, medizinische und mechanische Zusammenhänge der Metall-auf-Metall Hüftprothese.

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Warnung vor Vergleichen mit Zimmer!

Zimmer Biomet war im August 2022 letztinstanzlich auch vor dem BGH mit seiner Behauptung, die Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese sei nicht fehlerfrei, gescheitert.  In der Folge wurde ein Teil der Patienten auf der Grundlage des rechtkräftigen OLG-Urteils vom 08.06.2020 mit EUR 25.000.- plus pauschal EUR 5.000.- Zinsen entschädigt. Alle anderen gingen bisher leer aus.

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