Dieselskandal und fehlerhafte Hüftprothesen

Von Korrelationen und Kausalitäten – ein Kommentar zu Dieselskandal und fehlerhaften Hüftprothesen

Die Diskussion um die NOx Werte in der Luft nimmt immer bizzarere Züge an: Der Direktor der Max-Grundig-Klinik in Bühl, Curt Diem, hält die Verteufelung des Diesel Motors laut “Ärzte-Zeitung” gar für “fake news”. Als Beispiel dient Diem der Raucher, der eine Packung jeden Tag raucht. “Ein Stuttgarter Bürger, der sein Leben lang 40 Mikrogramm Feinstaub einatmen würde, hätte nach 75 bis 80 Jahren 10-12 Gramm Feinstaub in der Lunge – ein Raucher schaffe dies in zwei Wochen. Die Gleichsetzung von Curt Diem hinkt, denn ein Raucher kann sich frei entscheiden, eine ganze Schachtel am Tag zu rauchen oder es bleiben zu lassen. Jemand, der an einer der Stuttgarten “Feinstaub-Straßen” wohnt, kann sich nicht entscheiden , ob er atmen möchte oder nicht.

Die von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Grenzwerte für die Luftqualität seien falsch und es werde an den falschen Stellen gemessen. Es gebe keine wissenschaftliche Begründung für die Grenzwerte, behauptet der frühere Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Dieter Köhler. Und mit ihm 100 Lungenfachärzte. Die  werfen Umweltpolitikern und Aktivisten vor, mit zweifelhaften medizinischen Aussagen die öffentliche Debatte zu beeinflussen. Es handele sich hier um statistische Auswertungen und Korrelationen und nicht um Kausalitäten. Diese Aussage ist banal und spricht weder gegen die Schädlichkeit von Feinstaub noch gegen die von der EU festgelegten Grenzwerte. Wenn bei 90% Kindern, die in unmittelbarer Nähe eines Kernkraftwerks leben, Blutkrebs auftritt, sind dies auch nur “statistische Auswertungen und Korrelationen und keine Kausalität. Kausalität besteht bei Lichtschalter: wenn ich drauf drücke, geht das Licht an – der Druck auf den Schalter steht in kasualem Zusammenhang mit dem Angehen des Lichtes. Eine solche Kausalität ist in der Medizin eher selten.

Durch erhöhten Metallabrieb verursachtes nekrotisches Gewebe

Eine solche Kausalität gibt es auch bei den Auswirkungen der fehlerhaften Durom-Hüftprothese der Firma ZimmerBiomet auf die Gesundheit der betroffenen Patienten natürlich nicht. Aber wenn über 30% der Patienten mit einer solchen Prothese bereits nach wenigen Jahren re-operiert werden mussten, wenn sich über 50%  über die gleichen gesundheitlichen Probleme beklagen, unter denen sie leiden seit ihnen die Prothese eingesetzt wurde, wenn sämtliche vom Gericht beauftragten Gutachter der Prothese “Konstruktionsfehler” bescheinigen, wenn das Landgericht Freiburg in mehreren Urteilen zu dem Ergebnis kommt, dass die Prothese fehlerhaft ist, nicht genügend getestet wurde und nicht hätte auf den Markt gebracht werden dürfen, dann besteht eine hohe Korrelation zwischen Durom-Prothesenmodell und gesundheitlichen Problemen bei den betroffenen Patienten und der Unverantwortlichkeit des Herstellers Zimmer Biomet.

 

 

Medizinproduktehaftung in der anwaltlichen Praxis

Jörg Heynemann, Fachanwalt für Medizinrecht in Berlin, hat in der Ausgabe März 2017 der Zeitschrift “Karriere im Recht” die Grundlagen und Probleme bei Medizinprodukten dargestellt. Jörg Heynemannhat Pharmazie und Rechtswissenschaften in Bonn und Berlin studiert. Nach einer wissenschaftlichen Tätigkeit am Institut für Zivilrecht und Rechtstatsachenforschung der Freien Universität Berlin, Lehrstuhl Prof. Sedatis war Heynemann als Rechtsanwalt tätig. Er spezialisierte sich auf Medizinrecht und Arzneimittelrecht mit den Schwerpunkten Arzthaftungsrecht, Geburtsschadensrecht, Medizinprodukterecht, Arzneimittelhaftung und Berechnung von Personenschäden. RA Heynemann vertritt von einer fehlerhaften Hüftprothese Betroffene aus ganz Deutschland.

Orientiert an der fehlerhaften Hüftprothese Durom-Metasul-LDH der Firma Zimmer und anderen Medizinprodukten geht er auf folgende Themenbereiche ein:

  1. Einleitung
  2. Zulassung und Überwachung von Medizinprodukten
  3. Haftung
  4. Fehlerbegriff nach § 3 ProdHaftG
  5. Übertragbarkeit der EuGH-Rechtsprechung auf andere Medizinprodukte
  6. Höhe der Schmerzensgeld- und Schadensersatzbeträge
  7. Klagen in der USA

Als besonders problematisch sieht RA Heynemann die Zulassungsverfahren von Medizinprodukten, die Überwachung der im Umlauf befindlichen Medizinprodukte und die Haftung(sregelungen), die sich auf fehlerhafte Medizinprodukte beziehen.Grund seien eine teilweise unübersichtlich Anzahl von nationalen und europäischen Gesetzen und Verordnungen, die nicht aufeinander abgestimmt sind, sich teilweise sogar widersprächen bzw. in den verschiedenen Ländern unterschiedlich ausgelegt werden würden. In seinen Ausführungen geht RA Heynemann deshalb vor allem auf das Thema “Medizinprodukterecht” ein.

Den gesamten Artikel finden Sie hier: Medizinproduktehaftung in der anwaltlichen Praxis

Verjährungsfrist 31.12.2016 beachten!

Liebe Patientinnen und Patienten,

zum 31.12.2016 läuft die Verjährungsfrist für all die Patienten aus, die noch keine Klage vor einem Landgericht erhoben und in der Vergangenheit stets Verlängerung der Verjährungsverzichts- bzw. Einredeverzichtserklärung erhalten haben.

Sind Patienten anwaltlich vertreten, wird ihr Anwalt normalerweise von sich aus aktiv. Aber sicher ist sicher: hat er sich in dieser Angelegenheit noch nicht gemeldet, sollten Sie ihn wegen der Verfristung direkt ansprechen.

Patienten, die nicht anwaltlich vertreten werden, müssen selbst aktiv werden und entsprechende Schreiben an das Lorettokrankenhaus und an die Firma Zimmer richten. Mitglieder der Selbsthilfegruppe erhalten ein Standardschreiben, das sie nur noch unterschreiben und abschicken müssen, auf Anfrage.

Mitglied werden?

Mit freundlichen Grüßen,
Hanspeter Hauke (Vorsitzender)
www.durom-hueftprobleme.de

Verjährungsfrist 31.12.2013 beachten!

zum 31.12.2013 läuft die Verjährungsfrist für all die Patienten aus, die noch keine Klage vor einem Landgericht erhoben und eine erste Verlängerung der Verjährungsverzichts- bzw. Einredeverzichtserklärung erhalten haben.

Sind Patienten anwaltlich vertreten, wird ihr Anwalt normalerweise von sich aus aktiv. Aber sicher ist sicher: meldet er sich in dieser Angelegenheit nicht bis Mitte Oktober 2013 sollte er wegen der Verfristung direkt angesprochen werden.

Patienten, die nicht anwaltlich vertreten werden, müssen selbst aktiv werden und entsprechende Schreiben an das Lorettokrankenhaus und an die Firma Zimmer richten. Mitglieder der Selbsthilfegruppe erhalten ein Standardschreiben, das sie nur noch unterschreiben und abschicken müssen, auf Anfrage.

Mitglied werden?

Ansprüche gegen DePuy prüfen

Im Oktober 2010 veröffentlichte DePuy den Rückruf des ASR Hüftprothesenmodells. Der Artikel gibt Patienten mit einer ASR Hüftprothese von DePuy Tipps, wie sie ihre Ansprüche gegenüber dem Hersteller anmelden und durchsetzen können. Weiterlesen

Leitfaden zum Rückruf des ASR Hüftsystems von DePuy

Fehlerhafte ASR Hüftprothesen der Firma DePuy werden seit August 2010 zurückgerufen. Was Patienten beachten sollen, hat die Firma auf ihrer Homepage zusammen gestellt.

Offizielle ASR Rückrufseite für Deutschland von DePuy

Offizielle ASR-Rückrufseite weltweit

Mehr Informationen

Prozessfinanzierer – Kein Kostenrisiko für Patienten mehr?

Vor einer möglichen Klage gegen den Hersteller Zimmer/DePuy oder die Ärzte bzw. das Krankenhaus schrecken betroffene Patienten wegen des Kostenrisikos oft zurück. Denn neben den Kosten für die medizinischen und psychologischen Folgen einer Re-Operation müssen Patienten zur Durchsetzung ihrer Ansprüche zunächst das volle Kostenrisiko tragen. Selten wurde deutlicher wie weit “Recht haben” und “Recht bekommen” auseinander liegen können in unserem Rechtsstaat. Lösen Prozess(kosten)finanzierer oder die Prozesskostenhilfe das Problem?

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Kostenfreie juristische Unterstützung?

anbei veröffentlichen wir einen Tipp eines betroffenen Patienten  (Juli 2012):

Hallo Herr Hauke,

ich nehme Bezug auf die letzte Mitgliederversammlung an welcher das Thema Unterbrechung der Verjährung von Schadenersatzansprüchen und Schmerzensgeld das Hauptthema war.

Meine Frau ist durch Recherchen im Internet auf eine Internetseite gestoßen, welche es ermöglicht ein kostenfreies Orientierungsgespräch bei einem Rechtsantwalt in Anspruch zu nehmen. Dazu benötigt man einen Beratungsschein, den man per Post oder Internet anfordern kann. Man bekommt dann einen Anwalt vorgegeben, der Mitglied im Verband Medizinrechtsanwälte e.V., Lübeck, ist. Ich bin diesen Weg gegangen und habe einen von einem Fachanwalt aus Freiburg verfassten Textentwurf erhalten, in welchem um Unterbrechung der Verjährung gebeten wird und der dann unter meinem eigenen Namen an die Fa. Zimmer und das Lorettokrankenhaus gegangen ist. Für diesen Dienst/Erstberatung sind mir keine Kosten entstanden.

Fa. Zimmer hat mir diese Verlängerung der Verjährungsfrist auf Ende 2013 schriftlich eingeräumt, für das Loretto-Krankenhaus hat sich deren Anwaltskanzlei gemeldet und erstmal um Zustimmung einer solchen Erklärung von Seiten der Haftpflichtversicherung verwiesen, die aber wohl kein Problem darstellen dürfte.

Vielleicht ist dieser Weg auch betroffenen Mitgliedern zu empfehlen, die keine Rechtsschutzversicherung haben.

Hier der Verweis auf die Homepage: http://www.medizinrechts-beratungsnetz.de/

Anmerkungen:

Erfahrene Anwälte großer Kanzleien sind von Fall zu Fall bereit, ein erstes Klärungsgespräch ohne Berechnung einer Beratungsgebühr mit Betroffenen zu führen. Üblich oder gar seklbstverständlich ist dies jedoch nicht. Im Normalfall beträgt eine Beratungsgebühr zwischen EUR 200.- und EUR 300.-. Diese werden von den meisten Versicherungen, mit denen ein medizinischer Rechtschutz abgeschlossen wurde, übernommen. Selbst dann, wenn die Kosten einer Klage und der sich anschließenden gerichtlichen Auseinandersetzung nicht abgedeckt ist. Es empfiehlt sich, im Vorfeld mti einem Anruf bei der Versicherung den Umfang der Kostenübernahme abzuklären und anschließend den Inhalt des Telefonats schriftlich zu bestätigen.

Hinweise für DePuy Patienten

Liebe Patientinnen und Patienten,

die Selbsthilfegruppe Durom-Metasul-LDH-Hüftprothesen e.V. wurde als Interessengemeinschaft der für die von Hüft-TEP Operationen mit der Durom Großkopfprothese der Firma Zimmer Betroffenen in Freiburg gegründet. Zusammengefunden haben sich betroffene Patientinnen und Patienten, die im Loretto Krankenhaus in Freiburg das fehlerhafte Hüftprothesenmodell Durom-Metasul-LDH der Firma Zimmer Biomet implantiert bekommen hatten. Anfangs wurde den über starke Schmerzen klagenden Patienten mitgeiteilt, dass es sich bei ihren Problemen um einen Einzelfall handeln würde. Mit einem Bericht im Hörfunksender SWR 4 wurde jedoch öffentlich, dass es sich offensichtlich um ein grundsätzliches Problem mit der Durom-Metsaul-LDH-Prothse handeln könnte. Erst dann ging das Krankanehaus in die Offensive und forderte alle Patieninnen und Patienten, denen seit 2003 eine solche Hüftprothse implantiert worden ar, zu einer Nachuntersichung auf.

Gerne untertsützt der Verein auch Patienten, die von ASR Hüftprothesen von De Puy betroffen sind. In letzter Zeit sind jedoch die sehr individuellen und persönlichen Einzelanfragen von DePuy Patienten so stark angestiegen, dass die ehrenamtlichen Kräfte dies nicht mehr leisten können. Einzelanfragen von Patienten können deshalb künftig im Rahmen der Informationslage nur noch individuell beantwortet werden, wenn der Betroffene auch Mitglied im Verein ist.

Für DePuy Patienten, die nicht Mitglied im Verein sind (Beitrittsformular) werden wir die Anfragen sammeln und in allgemeiner Form auf unserer Homepage beantworten. Hierfür haben wir einen speziellen Bereich eingerichtet, in dem Hinweise zu den in letzter Zeit häufig gestellten Fragen zu finden ist. Neu zum Beispiel zu erhöhten Metallwerten im Blut. Sinnvoll ist auch der direkte Austausch der Betroffenen untereinander. Nutzen Sie dazu die Möglichkeiten “Hinterlasse deine Nachricht” am Ende der jeweiligen Artikel. Hiermit können Patienten sich direkt austauschen. Der Vorstand des Vereins wird diese Diskussionen zu gegebener Zeit aufgreifen und notwendige Informationen einstellen.

Mit herzlichen Grüßen

Hanspeter Hauke

Vorsitzender Selbsthilfegruppe Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese e.V.

DePuy “ASR™ Hip System” Rückruf

Mit Datum 9. September 2010 hat die Firma DePuy alle ASR Hüftprothesen Systeme zurück gerufen. Denn mehr Patienten als normal mußten sich einer Revisions-Operation unterziehen. Fünf Jahre nach der Erst-Operation waren 12% der Patienten, welche einen ASR Oberflächenersatz erhalten hatten, betroffen. Von den Patienten mit einer ASR
TEP  Hüft-OP mußten sich sogar 13% einer erneuten Operation unterziehen.

DePuy Orthopaedics hat deshalb, freiwillig wie gesagt wird, sein ASR™ XL Acetabular System und das DePuy ASR™ Hip Resurfacing System vom Markt genommen. Zur Betreuung der betroffenen Patienten wurde von DePuy eine zentrale Anlaufstelle zur Beantwortung der Anfragen eingerichtet. Auch entstehende Kosten sollen den Patienten schnell und unbürokratisch ersetzt werden.